Fast alles für fast nix

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Team mit Herz: Marion Kleistner, Wolfgang Beuthner, Waltraud Ulikuwski und Brigitta Müller Foto: lan

Umsonstladen „Kostwenig“ schlägt Wegwerfgesellschaft ein Schnippchen

Von Johanna Landeck
Billstedt
Vom Kinderbuch-klassiker „Der Wilde Wald“ aus der Feder von Tonke Dragt, über Kaffeetassen mit Blütendekor, funktionstüchtige Smoothiemixer und Kinderwagen bis hin zum prakti-schen Handstaubsauger: Im Umsonstladen Kostwenig in Billstedt gibt es nichts, was es nicht gibt. Vor rund 15 Jahren von Studierenden der Evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik des Rauhen Hauses aus der Taufe gehoben, kümmern sich heute 14 tatkräftige Mitarbeiter ehrenamtlich um das Geschäft an der Billstedter Hauptstraße Nummer 90. Ziel des Ortes der Begegnung ist es, der Wegwerfgesellschaft ein Schnippchen zu schlagen. „Wir haben jeden Dienstag und Freitag und seit Anfang des Jahres auch an einigen Samstagen geöffnet“, erklärt Waltraud Ulikuwski, die seit 2012 bei Kostwenig mit anpackt. Jeder, der funktionstüchtige Dinge abzugeben hat, kann sein Hab und Gut in das Geschäft bringen.

„Bei uns darf auch ein Millionär einkaufen. Manch einer liebt einfach nur den Stil der Fünfziger Jahre und findet hier ein wahres Schätzchen.“ Waltraud Ulikuwski

Spielesammlungen, Fahrräder, Töpfe und Co. werden dann zu einem geringen Preis vornehmlich an Bedürftige weiterverkauft. „Eine Richt-linie, wer bei uns einkaufen darf, gibt es aber nicht“, stellt Ulikuwski klar. „Bei uns darf auch ein Millionär einkaufen. Manch einer liebt einfach nur den Stil der Fünfziger Jahre und findet hier ein wahres Schätzchen.“ Der eine oder andere suche nicht zuletzt gezielt nach einem Ersatzteil für ein Gerät, das es im Handel gar nicht mehr zu kaufen gibt. Mit dem Verkaufserlös deckt der eingetragene Verein die Mietkosten für die Räumlichkeiten.
Zu Spitzenzeiten betreuen Ulikuwski und ihre Kollegen bis zu 50 Kunden am Tag. In der großzügigen Bücherecke werden Kaffee und Kekse gereicht. Vor allem nach den Sommerferien, wenn die Menschen Häuser und Wohnungen gründlich ausgemistet haben, dann platzt das kleine Geschäft vor lauter nützlichem Allerlei beinahe aus den Nähten. Doch nicht nur dann ist der Verein um jede helfende Hand dankbar: „Wir sind ein lustiger, netter Haufen“, sagt Ulikuwski und schmunzelt. „Und wir suchen immer wieder ehrenamtliche Mitarbeiter.“
Zu Lachen hat die Truppe vom Umsonstladen vor allem dann etwas, wenn ungewöhnliche Verkaufsobjekte im Geschäft abgegeben werden, wie beispielsweise Fruchtbarkeitsstatuen. Allerdings: „Ärgerlich es ist immer dann, wenn geklaut wird“, so Ulikuwski. „Und dann gibt es da noch die, die um jeden einzelnen Cent feilschen. Das sind dann tatsächlich immer ausgerechnet jene Leute, die eigentlich viel Geld haben.“ Dass der kleine Laden dennoch ein wahres Herzensprojekt ist, darin sind sich Alle einig: „Denn man bekommt unglaublich viel von den Menschen zurück.“

Weitere Infos im Internet: Kostnix Billstedt
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