Flüchtlinge in Gehörlosenschule

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In der früheren Gehörlosenschule an der Hammer Straße wohnen bis November bis zu 60 junge Flüchtlinge Foto: mdt

Plätze für 60 Jugendliche an der Hammer Straße. Infoabend am 18. Mai

Von Marco Dittmer
Horn/Marienthal
An der Hammer Straße in Marienthal in der Nähe des Horner Kreisels soll schon bald eine der größten Erstaufnahmeeinrichtung für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge (MuFl) in Hamburg eröffnet werden. Die ersten Bewohner sind bereits in der vergangenen Woche in die Räume der ehemaligen Gehörlosenschule eingezogen. Das teilte das Bezirksamt Wandsbek jetzt mit. Demnach könnten bis zu 60 jugendliche Flüchtlinge in der Schule an der Hammer Straße 124 unterkommen. Die ehemalige Schule ist seit Jahren Teil des Hamburger Winternotprogramms. Noch bis April übernachteten in den Klassenräumen rund 270 Obdachlose. Nun werden die Räume für eine Unterbringung von jungen Flüchtlingen umfunktioniert, ein Duschtrakt und eine Küche für kalte Speisen installiert. In insgesamt sechs Klassenräumen sollen acht bis elf Bewohner untergebracht werden.
„Eine Nutzung durch den LEB ist bis zum Spätsommer vorgesehen“, sagt Bettina Bormann, Sprecherin des Landesbetriebes für Erziehung und Beratung (LEB). Die Behörde ist für die Unterbringung von minderjährigen Flüchtlingen verantwortlich. Ab November soll die Einrichtung dann wieder Teil des Winternotprogramms sein. Der Bezirk kündigte einen Info-Abend für den 18. Mai, 18 Uhr im Bürgersaal Wandsbek an.

Mehr junge Flüchtlinge


Die neue Unterkunft an der Hammer Straße könnte ähnliche Einrichtungen in Hamburg erheblich entlasten. Seit Mitte 2014 steigt die Zahl von ankommenden jungen Flüchtlinge rapide an. Waren in den Jahren zuvor noch rund 180 Plätze für die Erstaufnahme in Hamburg ausreichend, stieg der Bedarf in nur wenigen Monaten auf über 500, erst Ende März wurde ein Spitzenwert von 522 erreicht. Demgegenüber stehen lediglich 390 reguläre Plätze. Diese Lücke konnte laut LEB bisher nur mit der zum Teil deutlichen Überbelegung von bestehenden Unterkünften geschlossen werden. Die Übergangseinrichtung an der Hammer Straße soll die Lage bis zur Eröffnung neuer Unterkünfte entspannen. So steht eine Unterkunft in Harburg (36 Plätze) und eine an der Cuxhavener Straße (48 Plätze) kurz vor der Fertigstellung.
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