Friedhof wird saniert

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Pastor Johannes Kühn mit einem Friedhofsplan des Alten Hammer Friedhofs im Horner Weg. Foto: Röhe

Bezirk würdigt historische Bedeutung

Hamm. „Besucher kommen aus aller Welt, sogar aus den USA, um die Grabstätte von Johann Hinrich Wichern und deren Familie zu sehen“, sagt Johannes Kühn. Für den Pastor der Dreifaltigkeitskirche zu Hamburg-Hamm eines von vielen Argumenten, den Alten Hammer Friedhof instand zu halten. Seit 1923 steht er unter Denkmalschutz, 1973 wurde er dem Bezirk Mitte von der Kirchengemeinde als öffentliche Grünanlage übertragen.
Ruhestätte bedeutender Persönlichkeiten
Neben berühmten Hamburger Persönlichkeiten wie denen der Familie Sieveking, der Wicherns und der Chapeaurouges liegen auf dem Friedhof der ehemalige Bürgermeister Amandus Augustus Abendroth und die Freiheitskämpferin Anna Lühring. Außerdem erinnern die dort aufgestellten Denkmäler an die verschiedenen kriegerischen Auseinandersetzungen und die damit verbundenen Leiden der Hammer Bevölkerung.
In der Vergangenheit wurden Grabsteine teilweise mit Graffiti beschmiert, waren vermoost oder mit Unkrat übersät.
Bezirksamt gibt Mittel frei
Aufgrund eines Interfraktionellen Antrags wurden nun 20.000 Euro an Bezirksmitteln bereit gestellt, um den Friedhof wieder fit zu machen. „Wir planen in mehreren Stufen, neue Wege zu schaffen, Grabsteine tiefer in den Boden zu senken und Inschriften wieder lesbar zu machen“, erklärt Johannes Kühn. Der Friedhof ist Kühn zufolge ein rares symbolisches Kapital und geradezu ein Lehrwerk für die politische und kirchliche Geschichte Hamburgs, deren Gedächtnis es zu pflegen gilt.
Auch Michael Braun vom Stadtteilarchiv Hamm, das regelmäßig Rundgänge über den historischen Friedhof im Horner Weg veranstaltet, begrüßt die Initiative. „Bei unseren Rundgängen wurde oftmals der Zustand des Friedhofs bemängelt. Jahrzehnte und jahrhunderte alte Grabsteine bedürfen der besonderen Pflege durch Fachleute. Den Hammer Friedhof verfallen zu lassen wäre barbarisch“, findet Michael Braun.
Knicks wurden gelichtet, Zäune erneuert und Unkraut um Grabstellen entfernt – in den nächsten Wochen gehen die Sanierungsarbeiten weiter. „Es ist ein glücklicher Umstand, dass Bezirksgelder für die dauerhafte Wiederherstellung des Friedhofs bereitgestellt werden konnten. Der geschichtlichen Bedeutung des Friedhofs für ganz Hamburg wird so zumindest ein Stück weit Rechnung getragen“, sagt Susanne Buhl, SPD-Abgeordnete der Bezirksversammlung Mitte. (mr)
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