Fürs Leben lesen

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Jesse (11) verfolgt die Abenteuer von Astrid Lindgrens „Ronja Räubertochter“ Fotos: lan

Modellprojekt mausert sich in Hamm zum Erfolg

Von Johanna Landeck
Hamm Von „Schaurigschönen Spukgeschichten“ bis hin zur „Hirnforschung für Neu(ro)gierige“: In der Europaschule Gymnasium Hamm findet sich für jeden Geschmack die passende Lektüre. „Aktuell haben wir weit über 4.000 Bücher und Hörbücher“, berichtet Karin Jung mit einer Spur Stolz in der Stimme. Die Schulbibliothekarin hat sich die fachgerechte Organisation und die stete Erweiterung der Bücherhalle ganz oben ans Revers geheftet: „Jedes Jahr kommen rund 200 Medien hinzu.“ Schwerpunkte seien dabei Europa und Deutsch als Zweitsprache. Ein Aufwand, der sich auszahlt: Bereits seit fünf Jahren lesen und lernen die Gymnasiasten der fünften Jahrgangsstufe in der mit blauem Teppichboden ausgelegten Bibliothek – alleine oder in Gruppen. „Wir bilden Paare, die jeweils aus einem lesestarken und einem leseschwachen Schüler bestehen“, erklärt Klassenlehrerin Anja Klapper-Kinscher das Konzept. „Die Paare lesen sich dann ein Jahr lang wöchentlich für eine Schulstunde gegenseitig vor.“ Ziel des Lesepartner-Programmes ist es, die Lesekompetenz der einzelnen Schüler zu steigern. Dass dies auch oder gerade im digitalen Zeitalter von Bedeutung ist, davon ist Klapper-Kinscher überzeugt: „Das sinnentnehmende Lesen ist und bleibt definitiv wichtig.Es gibt in meiner Klasse nur drei Schüler, die auch privat zu Hause lesen.“ Bei den Gymnasiasten kommt das Programm gut an: „Mir gefallen die Lesestunden sehr gut, weil die Kinder, die nicht gut lesen können, es dabei lernen“, sagt Betim (11) und Hikmetullah (11) fügt hinzu: „Eigentlich lese ich nicht so gern, aber wenn die Bücher gut sind, dann macht es auch mir Spaß.“
Hervorgegangen ist die Bibliothek übrigens aus einem Modellprojekt, bei dem neun Schulbibliotheken in Hamburg aufgebaut und von der Behörde für Schule und Berufsbildung in Kooperation mit der Kulturbehörde und der Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen mit insgesamt rund zwei Mio. Euro gefördert wurden.
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