Geballter Protest gegen Asylpolitik

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Vor dem ehemaligen Hausmeisterhaus der Schule trafen sich die Billstedter, um ihren Protest zu zeigen Foto: güb
 
„Die Verschwendung von Steuergeldern muss aufhören“, fordert Dieter Rönfeldt Foto: güb

Bürgerinitiative organisiert Aktion am Schulgelände: „Nicht immer Billstedt belasten“

Von Günther Brockmann
Billstedt. „Wir haben das Vertrauen zum Hamburger Senat und seinen Behörden und Dienststellen absolut verloren. Die Zusagen und Versprechen, die im Zusammenhang mit der Planungslage ,Schule Oststeinbeker Weg‘ gemacht worden sind, haben uns maßlos enttäuscht“, so Michael Fröhlich, Sprecher der neu gegründeten „Bürgerinitiative Schulgelände Oststeinbeker Weg“. Dass Bill-
stedter Bürgerinnen und Bürger sowie die Anwohner rund um das Schulgelände hinter dem Protest gegen die Maßnahmen des Senats für die Nutzung des Schulgeländes für die Ansiedlung von Asylbewerbern und Obdachlosen auf dem Schulgelände sind, haben sie am vergangenen Sonntag deutlich gemacht. Zu einem von der Bürgerinitiative angeregten Treffen versammelten sich am Sonntagmorgen bei strahlendem Sonnenschein spontan mehr als 60 Menschen, die Eines einte: der Protest gegen die Maßnahmen der Stadt.
„Immer muss Billstedt als Stadtteil in Hamburg herhalten, wenn es gilt, Unterbringungsmöglichkeiten für soziale Notlagen bereit zu stellen. Kein Stadtteil in Hamburg ist mit Flüchtlingen so belastet wie Billstedt. Mehr als 1200 Flüchtlinge gibt es in Billstedt. Wir haben nichts gegen diese Menschen. Wir haben nur etwas dagegen, dass sie grundsätzlich in unserem Stadtteil von der zuständigen Behörden untergebracht werden“, betont Björn Gröning, der zusammen mit seinem Sohn zum Treffen vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Schule am Oststeinbeker Weg gekommen war.
„Was die Menschen in Billstedt weiter auf die Palme bringt, ist die Verschwendung von Steuergeldern. Da werden Schulgebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen in Höhe von weit mehr als einer halbe Million Euro umgebaut, um nach der kurzen Nutzung wieder abgerissen zu werden. Das ist ein Skandal“, betont der Billstedter Dieter Rönfeldt.
„Wer weiß, ob die Zusage der Behörden, schon im Jahre 2015 mit der eigentlichen Wohnbebauung auf dem früheren Schulgelände zu beginnen, überhaupt eingehalten wird. Denn ich bin überzeugt, dass, wenn die Flüchtlinge hier erst einmal angesiedelt worden sind, es dann ein Dauerzustand sein wird und noch mehr Flüchtlinge folgen werden. Das hat es an anderer Stelle in Hamburg schon gegeben. Dort wurde aus einem Jahr der Ansiedlung schon ein fünfjähriger Dauerzustand“, schimpft eine weitere Anwohnerin.
Einig sind sich die Mitglieder der Bürgerinitiative auch darin, dass die Behörden ihre Zusage, die soziale Balance in ihrem Stadtteil zu gewährleisten seit Jahren nicht einhielten. „Genau 77 von 104 Stadtteilen in Hamburg haben keine öffentlich-rechtliche Unterbringung. 57 Prozent der Einwohner von Billstedt leben laut Sozialmonitoring aber in einem Gebiet mit „sehr niedrigem“ sozialen Status. Wir wollen, dass die Entwicklung nicht weiter verstärkt wird,“ fordert Michael Fröhling mit Nachdruck. Er konnte aus Billstedts Parteienlandschaft auch Bernd Ohde (FDP) dafür gewinnen, am Treffen der Bürgerinitiative teilzunehmen. Die Bürgerinitiative ist sich darin einig, dass ihr Kampf gegen die Behörden noch lange dauern wird. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um unseren Stadtteil lebenswert zu erhalten“, so der Tenor ihres Protestes. (güb)
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 08.05.2013 | 14:02  
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