Gericht stoppt Spielhalle

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Im „weißen Haus“ an der Möllner Landstraße sollten drei ineinander verschachtelte Spielhallen entstehen – das ist so nicht erlaubt, entschied das Gericht Foto: Jenssen

Konstrukt nicht erlaubt. SPD: „Ein Sieg für den Stadtteil“

Von Martin Jenssen
Billstedt. Drei Spielhallen und ein Wettbüro sollten an der Möllner Landstraße 116 angesiedelt werden. Der Standort ist äußerst verkehrsgünstig gelegen - gegenüber der U-Bahn-Haltestelle Merkenstraße. Doch viele Anwohner waren davon wenig begeistert – und atmen jetzt auf. Der Investor darf vorerst keine Spielhalle in dem Gebäude betreiben. Das entschied das Verwaltungsgericht in einem Eilrechtsverfahren. Immer wieder hatte es Proteste der Anwohner gegen das Vorhaben gegeben, in Billstedt, das mit Daddelautomaten schon „zugepflastert“ ist, weitere Spielhallen anzusiedeln. Sogar Mahnwachen der Bürger hatte es gegen die Baupläne an der Möllner Landstraße gegeben. „Dies ist ein großer Sieg für den Stadtteil und mehr, als wir nach unserer eigenen rechtlichen Einschätzung vermutet hatten“, sagt Kerstin Gröhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in der Bezirksversammlung. „Wir waren davon ausgegangen, dass von den drei geplanten Spielhallen möglicherweise eine übrigbleiben würde. Wir hätten dann darauf hoffen müssen, dass der Betreiber aus Aspekten der Wirtschaftlichkeit von sich aus Abstand nimmt.“
Da der Gesetzgeber nur zwölf Automaten pro Spielhalle erlaubt, sollten in dem „weißen Haus“ an der Möllner Landstraße drei ineinander verschachtelte Spielhallen und eine Sportsbar entstehen. So eine Konstruktion ist aber nach dem neuen Spielhallengesetz verboten. Danach muss es immer mindestens einen Abstand von 500 Metern zwischen zwei Spielhallen geben. Auch für den Jugendschutz gibt es durch das neue Spielhallengesetz stärkere Auflagen.
Nach Schätzungen von Experten soll es über 10.000 Spielsüchtige in Hamburg geben. Sie leben vor allem in den ärmeren Stadtteilen. Dort gibt es auch die meisten Spielhallen. Die Betroffenen sind fast immer männlich und haben oft Migrationshintergrund.
Die Zahl der jugendlichen Spieler steigt. Um so besser diese Gerichtsentscheidung für Billstedt. Doch was wird jetzt aus dem „weißen Haus“ an der Möllner Landstraße 116? Für den Wohnungsbau ist das Gebäude kaum geeignet. „Ein schönes Café oder eine Arztpraxis wäre für Anwohner sicherlich die beste Nutzung“, findet Kerstin Gröhn. (je)
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2 Kommentare
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Erich Heeder aus Billstedt | 08.05.2014 | 09:26  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 10.05.2014 | 16:19  
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