Gesundheits-Hilfen für Arbeitslose

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Bewegung tut gut. Teilnehmer an den Fitness-Kursen der Billstedter Gesundheitsberatung Foto: hamburger arbeit GmbH
 
Teilnehmer der Gesundheitsberatungskurse der Arge Foto: hamburger arbeit GmbH

Bundesweites Pilotprojekt der Arge in Billstedt

Von Martin Jenssen
Billstedt
Bei den guten Wünschen zum neuen Jahr steht der Wunsch nach Gesundheit bei vielen Menschen an erster Stelle. Ein Wunsch, der in Erfüllung gehen kann, wenn man die Gesundheit nicht nur den Sternen überlässt, sondern wenn man vor allem selbst aktiv für seine Gesundheit etwas tut. Doch bei den Fragen: „Wie ernährt man sich gesund?“; „Wo kann ich mich einer Bewegungstherapie anschließen?“; „Welchen Arzt soll ich aufsuchen?“ sind Betroffene in ärmeren Stadtteilen häufig überfordert. Helfen kann die Gesundheitsberatung der Hamburger Arbeit. Vor allem bei Arbeitslosen, die zudem noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, herrscht häufig Unwissenheit über das Gesundheitssystem. Krankheiten stehen die Betroffenen mit großer Hilflosigkeit gegenüber. Das gilt vor allem bei psychischen Problemen, die bei Langzeitarbeitslosigkeit häufig auftreten. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Erkrankungen vorzubeugen.

Umfassende Betreuung


Die Gesundheitsberatung der Hamburger Arbeit in Billstedt ist ein Pilotprojekt, das von anderen Bundesländern aufmerksam beobachtet wird. Im Büro der Gesundheitsberater in der Billstedter Hauptstraße 90 werden Ratsuchende von Maja Kühn und Michael Keturi betreut. Maja Kühn: „Durch Arbeitslosigkeit kann die körperliche und seelische Balance aus dem Gleichgewicht geraten. Wir nehmen die Menschen, die Hilfe brauchen, an die Hand und begleiten sie notfalls auch bis in die Arztpraxis.“ Viele Betroffene haben Angst vor Arztbesuchen, besonders vor einem Besuch beim Zahnarzt. In besonders schweren Fällen werden die ängstlichen Patienten zur „Zahnärztlichen Angstambulanz“ begleitet. Dort wird die Behandlung in langen fürsorglichen Gesprächen vorbereitet. Zu den Angeboten der Gesundheitsberatung gehören außerdem: Gesundheit-Check-ups; das Erstellen von Gesundheits-Profilen sowie Unterstützung bei dem Umgang mit Behörden.
Ein wichtiger Teil der Gesundheitsbetreuung ist die Vermittlung der Betroffenen in kostenlose Kurse zu Themen wie „Stressabbau“, „Bewegung“ und „gesunde Ernährung“. Teilnehmer, die erfolgreich an einem der Kurse teilgenommen haben, erhalten eine Belohnung von 20 Euro. „Die Kurse haben auch eine gute psychische Heilkraft für die Betroffenen“, sagt Michael Keturi. „Viele Menschen in Arbeitslosigkeit sind vereinsamt. Durch die Kurse kommen sie wieder unter Menschen. Das setzt neue Strukturen in ihrem Leben.“
Die Gesundheitsberater müssen sich manchmal auch mit sehr krassen Fällen von „Bewegungsmangel“ auseinandersetzen. Ein junger Mann hatte sich mehrere Jahre fast ausschließlich im Fernsehsessel seiner Wohnung aufgehalten. Seine einzige Bewegung: In den Supermarkt laufen, um Lebensmittel einzukaufen. Als er endlich bereit war, sich der Walking-Gruppe der Gesundheitsberatung anzuschließen, brach er bereits nach 300 Metern zusammen. Er musste sehr langsam für das Fitness-Programm aufgebaut werden.

Der erste Kurs im Jahr 2016 beginnt am 19. Januar zu dem Thema „Und keiner kann's glauben – Stressfaktor Arbeitslosigkeit“. Die Gesundheitsberater sind in der Regel wochentags von 8 bis 16 Uhr unter den Telefonnummern 0176/12388417 (Maja Kühn) und 0176/12388427 (Michael Keturi) zu erreichen
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