Großes Kino im Zollamt Oberelbe

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Dreharbeiten für den Kinofilm „Die Banklady“: Hauptdarsteller Charly Hübner und Nadeshda Brennicke, sowie Andreas Schmidt bereiten sich auf ihren Einsatz vor. Fotos: Röhe

Die Erlebnisse von Deutschlands erster Bankräuberin werden verfilmt

Rothenburgsort. Mehr als ein Dutzend Produktionsfahrzeuge stehen auf dem Gelände des alten Zollamts Oberelbe in der Marckmannstraße. Vier große Beleuchtungsstative, mehrere Kabel, Kisten und Kästen – voll mit Filmutensilien und Equipment – stehen vor dem Eingang. Derzeit wird die Geschichte Deutschlands erster Bankräuberin fürs Kino verfilmt. Basierend auf dem wahren Fall aus den 60er Jahren: das deutsche Bonnie-und-Clyde-Paar Gisela Werler und Hermann Wittdorf überfiel vor einem halben Jahrhundert insgesamt 19 Banken in Schleswig-Holstein und Hamburg. Gisela Werler ging als erste Bankräuberin in die Geschichte ein. Als Darsteller sind unter anderem Nadeshda Brennicke (als Banklady), Heinz Hoenig, Charly Huebner (als Hermann Wittorf), Andreas Schmidt, Ken Duken und Henny Reents engagiert. „Der Film soll 2013 in die Kinos kommen, danach in der ARD zu sehen sein“, sagte Regisseur und Produzent Christian Alvart. „Es war für uns sehr schwierig, geeignete Drehorte zu finden, weil viele Original-Banken und andere Gebäude heute gar nicht mehr existieren oder sich optisch zu sehr verändert haben“, ergänzte Alvart.
Knapp drei Jahre lang hielt das Bankräuber-Paar nicht nur die kleinbürgerliche Welt der 60er Jahre in Atem, aus der Gisela Werler ausbrach. Vielmehr dokumentiert der Film auch einen Teil der bundesrepublikanischen Zeitgeschichte und das dringende Bedürfnis der Frauen nach Emanzipation, das in diesem Fall in eine dramatische Lebens- und Liebesgeschichte mündete. Am 15. Dezember 1967 wurden beide von der Polizei gefasst, nachdem sie versuchten, eine Bank in Bad Segeberg auszurauben. Am 27. Dezember 1968 begann der Prozess gegen das Duo. Während ihr Komplize Wittorff zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde, waren es im Fall Gisela Werler neuneinhalb Jahre. Sie konnte dem Gericht glaubhaft machen, nur aus Liebe zu ihrem Freund gehandelt zu haben. (mr)
u Basierend auf dem wahren Fall aus den 60-er Jahren, erzählt der Film die Geschichte von Gisela Werler, einer unscheinbaren Frau, die in Deutschland als „Banklady“ zum Symbol gesellschaftlicher Provokation und eines sich wandelnden Geschlechterbildes wurde. Gisela Werler wurde am 18. August 1934 geboren. Sie starb im November 2003 in Hamburg. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof Altona.
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