Hallo Nachbar, kann man helfen?

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Helfen gerne: Ursel Blumroth (v.l.), Karin Pagel, Ilka Schaffland und Dagmar Coordts – vier der rund 20 engagierten Ehrenamtlichen Foto: C. Möller

In Glinde stehen die „Nachbarschaftshelfer“ vor allem Älteren mit Rat und Tat zur Seite

Von Christa Möller
Glinde
Sich in ihrer Stadt engagieren, etwas für andere tun, das wollen 17 Frauen und drei Männer aus Glinde im Rahmen der Nachbarschaftshilfe. Als der Runde Tisch Senioen über die Sönke-Nissen-Park Stiftung vor einem Jahr zu der Veranstaltung „Mitten im Leben – alt werden nur die anderen“ aufrief, fühlte sich auch Ursel Blumroth angesprochen. „Da hatte ich schon die Idee mit der kostenlosen Nachbarschaftshilfe“, sagt die 80-Jährige, die durch ihr Engagement im Seniorenbeirat viele Kontakte hat.
Durch „Mitten im Leben“ kam auch Dagmar Coordts dazu. Schon im Mai hatte die Nachbarschaftshilfe zehn Mitstreiter, inzwischen hat sich ihre Zahl verdoppelt. Sie helfen – zeitlich begrenzt - wo sie können und übernehmen dabei „alles, wo Not am Mann ist - außer putzen, waschen, kochen.“ Denn, so Ursel Blumroth, „wir sind ja selbst alle nicht mehr die jüngsten.“

Von Fensterputzen bis Babysitten


Ihr Einsatzgebiet umfasst Besuche, Gespräche und Fahrdienste, aber sie holen auch mal Kinder von der Tagesstätte ab und übernehmen sporadisch die Kinderbetreuung – der regelmäßige Babysitter soll dadurch jedoch nicht ersetzt werden. Auch Fensterputzen oder das wöchentliche Rasenmähen sind eindeutig keine Notfälle und zählen nicht zur Nachbarschaftshilfe.
Zweimal jährlich werben die Helfer auf dem Wochenmarkt für ihr Projekt, für das sie mit Abrisszetteln im Supermarkt, bei Ärzten und Apothekern sowie einem selbst gestalteten Flyer werben. Der hat ein handliches Lesezeichenformat, damit er im Fall des Falles auch wirklich zur Hand ist. Denn gesucht werden nicht nur weitere Nachbarschaftshelfer, sondern durchaus auch noch Glinder, die die Hilfe annehmen wollen. „Gerade die älteren Menschen trauen sich nicht“, wissen die eifrigen Helfer, die im vergangenen Jahr insgesamt 353 Stunden für ihren Dienst aufgewendet haben, der auch kleine handwerkliche Unterstützung oder gemeinsame Spaziergänge umfasst.
Einmal monatlich, an jedem 1. Donnerstag, treffen sie sich ab 10 Uhr im Büro der evangelischen Kirche, von der sie auch unterstützt werden, ebenso wie vom Spendenparlament in Reinbek. Über die Sönke-Nissen-Park Stiftung können Interessierte der Nachbarschaftshilfe Geldspenden zukommen lassen. Die Helfer, die unter anderem Workshops oder Kopien finanzieren müssen, arbeiten mit dem Sozialen Dienst der AWO zusammen, etwa bei der Umzugshilfe. Die nahm unter anderem eine Dame in Anspruch, die von einer Dreizimmer- in eine Einzimmerwohnung umziehen musste und Hilfe bei der Entscheidung brauchte, was sie nun mitnehmen sollte.

Seminar mit 60: Umgang mit Demenz


Die jüngste Nachbarschaftshelferin ist Mitte 30, die meisten sind über 60 Jahre, Ursel Blumroth ist die Älteste. Das hindert die aktive Seniorin nicht am Einsatz für andere. Sie hat sich außerdem in der Betreuung Demenzkranker weitergebildet und ist als Lesepatin in der Schule Tannenweg aktiv.
Mitstreiterin Dagmar Coordts ist in verschiedenen Beiräten tätig, macht sich stark für Lärmschutz an der Kreisstraße 80, engagiert sich bei der Klimaschutzinitiative Sachsenwald
und als Jurorin bei der Stiftung Staat sozial.
Für Karin Pagel ist es das erste Ehrenamt, sie betreut allerdings auch zweimal wöchentlich ihr Enkelkind und eine 96-jährige Tante. Für Ilka Schaffland ist soziales Engagement ebenfalls kein Fremdwort, sie erledigt Einkäufe für ein benachbartes Ehepaar und ist in der Nachbarschaftshilfe Glinde als Kassenwartin aktiv.

Sowohl Hilfswillige wie auch Hilssuchende erreichen die Nachbarschaftshelfer
telefonisch unter 040 – 55 55 87 60 und finden weitere Infos im Internet unter www.nachbarschaftshilfe.inglinde.de
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