Hamburg: Anwohner planen mit

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Karin Robben, Quartiersentwicklerin, Anwohnerin Helga Rohlfs, Bewohnerin und Mitglied im Quartiersbeirat, Irmtraud Schneider, Nicolas Schroeder und Planer Gottfried Neder (v.l.) mit den Plänen für den neuen SpielplatzFoto: Sichting

Außengelände am Öjendorfer Weg wird umgestaltet

Von Mathias Sichting
Hamburg. Das Punkthochhaus stellt eine weithin sichtbare Landmarke in Billstedt dar. Mit seinen 16 Geschossen ragt es aber nicht nur baulich aus dem Stadtteil hoch hinaus. Auch in Sachen Mieterbeteiligung sticht das SAGA GWG-Gebäude hervor. Eine Hausbetreuerloge im Eingangsbereich steigert seit kurzem die Wohnqualität, die angrenzenden Wege sind neu gestaltet. Das Programm der Stadtteilentwicklung zeigt erste Blüten. Die Bewohner des Hauses beteiligen sich in einem partnerschaftlichen Prozess an der Quartiersentwicklung - aktiv und verbindlich.
Der Quartiersbeirat stellt dafür anstehende Projekte bei den Bewohnern vor und holte die individuellen Wünsche der Mieter ein. „Aktuell schieben wir die Planung des Außengeländes am Öjendorfer Weg 58 an. Nach dem Neubau des Garagentrakts müssen wir die Außenanlagenplanung neu überdenken. Der brachliegende Spielplatz wird verlegt“, weiß Nicolas Schroeder, SAGA GWG-Beauftragter und ProQuartier-Manager. „Das ist eine einmalige Gelegenheit für das Gebiet, da die Stadt für dieses Projekt viel Geld dazu gibt. Wir wollen hier nichts bauen, das keinem nutzt oder das niemand bezahlen kann.“
Etwa 200.000 Euro stehen aktuell für den Neubau des Spielplatzes an der Grundermannstraße zur Verfügung. Nach ersten Gesprächen im Juni und der Mieterbefragung im September 2013 wurden die Pläne zur Verlegung des Spielplatzes im November vergangenen Jahres im Quartiersbeirat vorgestellt.
Mit der abgeschlossenen Kostenermittlung ist die Planungsphase jetzt beendet. „Wir müssen das Bauvorhaben nur noch absegnen lassen und auf eine Freigabe warten. Eine bürokratische Hürde, die wir auch noch meistern. Wahrscheinlich wird im Frühjahr, spätestens Anfang Sommer gebaut“, so Schroeder zuversichtlich.

Sicherer spielen

„Es kann nicht sein, dass die Kinder direkt an einer Hauptstraße spielen. Das hat mich bewegt. Die Kleinen sind einer ständigen Gefahr ausgesetzt. Ich plane solche Objekte nicht für mich, sondern für die Menschen, die hier wohnen. Unser Büro legt viel Wert auf die Sicherheit der Kinder auf dem Spielplatz.
Das neue Gelände ist komplett umzäunt und soll so unter anderem hundefrei gehalten werden. Zur Grundermannstraße gibt es außerdem einen Zaun mit Sichtschutz“, erläutert Landschaftsarchitekt Gottfried Neder vom Planungsbüro Outside. Fliegender Teppich, Krabbelturm mit Palme und Riesenschaukel - der neue Spielplatz hat allerhand zu bieten. „Das Gelände ist für Kleinkinder und Eltern konzipiert. Es gibt neben den hohen Sicherheitsstandards der Spielfläche Sitzmöglichkeiten und Tische. Hier können die Anwohner auch mal einen Kaffee trinken und sich austauschen. Wir haben dabei auch an die Bewohner der Grundermannstraße gedacht. Natürlich sind auch diese auf den neuen Spielplatz eingeladen“, ergänzt Nicolas Schroeder. „Für eine Baumaßnahme dieser Größenordnung kann man zwei Monate Bauzeit einplanen. Allein die Herstellung der Spielgeräte braucht seine Zeit. Wir haben richtig gute Pläne. Alle wollen, dass das Projekt durchgeführt wird. Wir warten jetzt nur noch auf grünes Licht.“

Parkähnliches Gelände

Nach der Verlegung der Spielplatzes auf die Freifläche an der Grundermannstraße wird auch das alte Spielplatzgelände an den Garagen kontinuierlich zurückgebaut. „Dort entsteht ein parkähnliches Gelände mit neuen Wegen und Sitzgelegenheiten. Auch hier orientieren wir uns an den Wünschen der Mieter. Diese wollten eine Parkbank, um auf dem langen Weg eine Pause einzulegen. Erstaunlich, wie engagiert die Bewohner und der Beirat sind. So etwas erlebt man nicht überall“, schwärmt Neder abschließend von diesem Projekt.
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1 Kommentar
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Rosa Radtke aus Billstedt | 27.09.2014 | 22:00  
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