Hamburg: „Bezirk lässt Billstedt im Stich“

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So berichtete das Wochenblatt in der vergangenen Woche
Hamburg. Mit Unverständnis hat die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete und Billstedter Distriktvorsitzende Hildegard Jürgens auf eine mögliche Wiedererrichtung der Massenunterkunft an der Berzeliusstraße reagiert (wir berichteten). Die Lenkungsgruppe der Bezirke hat den Standort der Sozialbehörde vorgeschlagen. „Zusammen mit den Unterkünften am Billstieg und am Billbrookdeich reden wir hier über bis zu 1.500 Menschen“, warnt Jürgens. Auf nur irgendeine Form der Integration in dem Industriegebiet sei dabei nicht zu hoffen. Dabei habe gerade die Unterbringung am Oststeinbeker Weg gezeigt, dass sich insbesondere kleine Gruppen mit ausreichender Betreuung gut integrieren können. 63 Flüchtlinge leben in der ehemaligen Schule.
Gegen die „Berze“ spricht laut Jürgens nicht nur die hohe Zahl der Unterkünfte, sondern auch die Geschichte. Dort waren bis 2002 waren problematische Asylbewerber untergebracht. Jürgens erinnert sich: „Hinter meterhohen Zäunen mussten die Menschen in der Berzeliusstraße leben, die eigene Polizeistation am Ende der Straße. Jetzt einfach nur eine bessere Betreuung zu fordern, offenbart die Unkenntnis über die Probleme im Stadtteil.“ Den Vorwurf, der Bezirk lasse Billstedt im Stich, macht sie auch an der überproportional hohen Zahl von Flüchtlingen im Stadtteil fest. „1.951 Menschen sind aktuell in den zehn Unterkünften im Bezirk unterbracht“, sagt die Politikerin. 1368 von ihnen leben in den drei Unterkünften in Billstedt (Mattkamp, Containerdorf Mattkamp, Oststein-beker Weg) und den drei Standorten in direkter Nachbarschaft (Billbrookdeich, Spiedtring, Billstieg). „Damit kümmert sich Billstedt um 70 Prozent aller im Bezirk untergebrachten
Menschen.“ (wb)
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3 Kommentare
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Andreas Gerhold aus St. Georg | 08.08.2014 | 17:00  
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wolfdietrich Thürnagel Abgeordneter Piratenpartei aus Mümmelmannsberg | 09.08.2014 | 11:06  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 12.08.2014 | 18:47  
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