Hamburg: Der bewegte Senator

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Suchbild mit Senator: Michael Neumann, eingerahmt von Kita-Kindern sowie den Erzieherinnen Susanne Meister (v.l.), Christiane Düser, Svenja Göbel und Tina Börner von der Kita Sandkamp Foto: Betz

Michael Neumann zeichnet Kita am Sandkamp aus

Von Malte Betz
Hamburg. Das war, im wahrsten Sinne des Wortes, ein bewegender Termin für Hamburgs Sportsenator Michael Neumann (SPD): Gemeinsam mit einer Gruppe drei- bis fünfjähriger Knirpse machte der Politiker vergangene Woche in der Kindertagesstätte Sandkamp bei einem Sing- und Bewegungsspiel mit, zur Freude von rund einer Reihe anwesender Erzieherinnen. Die spielerische Aufwärmübung bildete den Auftakt einer kleinen Verleihung, bei der acht Hamburger Kindertagesstätten erstmals als sogenannte „Bewegungskitas“ ausgezeichnet wurden. Mit dem Label wurden die Einrichtungen für ihr Engagement bei der speziellen Bewegungsförderung prämiert. Darunter sind auch drei Häuser im Osten Hamburgs: die Kita Bekassinenau in Farmsen-Berne, der Betriebskindergarten der Helm AG in Hammerbrook und die Kindertagesstätte Sandkamp in Horn. „Viele Kinder haben im Alltag zu wenig Möglichkeiten, sich ausgiebig zu bewegen“, sagt Anna Ullrich, Leiterin der Kita Bekassinenau. Das sei den Eltern aber kaum zum Vorwurf zu machen. „Wenn ein Kind beispielsweise morgens mit dem Auto und nicht zu Fuß gebracht wird, liegt das oft an der mangelnden Zeit zweier berufstätiger Elternteile und nicht an deren Faulheit.“ Zudem habe sich das Freizeitverhalten in den letzten Jahrzehnten geändert. Ullrich: „Medienkonsum erfolgt ja nur im Sitzen.“
Zahlreiche Studien aus dem Gesundheitsbereich belegen nicht nur die positiven Effekte von Bewegung und Sport auf die motorische und psychische Entwicklung von Kindern, sondern auch auf deren Sprachentwicklung und Bildung.
Deshalb wurde die Auszeichnung „Bewegungskita“ vom Landessportamt, der Hamburger Sportjugend und dem Verband für Turnen und Sport entwickelt. Sie setzt im Kern auf die fachliche Aus- bzw. Weiterbildung der Erzieher und Erzieherinnen im Bereich Bewegung und Sport. „Das Toben wurde jetzt nicht neu erfunden“, sagt Anna Ullrich; schließlich ließ sie den Bewegungsraum in ihrem Haus bereits vor zwölf Jahren einrichten. Aber dass eine ihrer Kolleginnen für Yoga-Übungen mit den Kleinsten geschult wurde oder für den Bereich Tanzpädagogik, ist Teil der Bewegungsinitiative für die Kleinen unter fachlicher Anleitung der Großen.
Die Kita Sandkamp in Horn erfüllte als erste Bewerberin alle Voraussetzungen, um sich jetzt offiziell „Bewegungskita“ nennen zu können. Neben den Zusatzausbildungen der Erzieherinnen sind das die räumlichen Möglichkeiten für Bewegung, mitsamt den dazugehörenden Geräten, von der Sprossenwand bis zur dicken Lass-dich-draufplumpsen-Matte. Die Kosten für diese Ausbildungen und Geräte werden bei allen ausgezeichneten Bewegungskitas von den Behörden und der Alexander Otto Sportstiftung zu 80 Prozent erstattet. „Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung des Kindes“, erklärt eine der beiden Leiterinnen im Sandkamp, Christiane Düser. „Die Kinder toben sich aus und probieren dabei unterbewusst, was der Körper alles kann und wie er sich dabei verhält.“ Auf dem Wochenplan ihrer Schützlinge stehen viele Ausflüge mit angeleiteter Naturerfahrung, wie solche an die Elbe, ins Wandsbeker Gehölz oder auf die nahe Horner Rennbahn. Dazu gibt es im spezielle Spiele zur Schulung der Sinneswahrnehmung, Rhythmik oder Psychomotorik.
In Hamburg gibt es über 1000 Kindertagesstätten, 23 von ihnen haben sich bisher für die Auszeichnung Bewegungskita beworben. Dass sich da noch mehr bewegt, hofft wohl nicht nur der Sportsenator. (bez)
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