Hamburg: Die Praxisklinik bleibt

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Ein neuer Betreiber übernimmt ab Juli die Praxisklinik in Mümmelmannsberg. Ärzte, Anwohner und der Bürgerverein „aktiv wohnen“ kämpften seit September für den Erhalt Foto: wb

Neuer Betreiber übernimmt voraussichtlich ab Juli

Von Marco Thielcke
Hamburg. Im Ringen um die Zukunft der Praxisklinik in Mümmelmannsberg ist offenbar eine Einigung in Reichweite. Der aktuelle Betreiber die Klinikgruppe Dr. Guth und die Stadtteilklinik Hamburg GmbH (SKH) unterzeichneten in der vergangenen Woche einen Vorvertrag. Demnach übernimmt die SKH ab Juli den somatischen Teil, OP-Bereich und Bettenstation der Klinik an der Oskar-Schlemmer-Straße. Mit der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ist noch zu klären, unter welchen Bedingungen die Klinik im Hamburger Krankenhausplan bleibt. Das ist Voraussetzung für die Behandlung von gesetzlichen Krankenversicherten und offenbar auch Bedingung von SKH. Laut Behörde soll die Prüfung noch deutlich vor der Übernahme im Sommer abgeschlossen sein. Erst nach der Entscheidung will SKH Gespräche mit den Beschäftigten der Klinik aufnehmen.
Die SKH ist eine Tochter der Zytoservice Deutschland GmbH, einem mittelständischen Unternehmen mit über 100 hundert Mitarbeitern in Jenfeld, in dem individuelle Infusionslösungen für Kliniken und Apotheken hergestellt werden. Laut einer Sprecherin will der Konzern die Klinik durch Synergien kostengünstiger betreiben als seine Vorgänger.

Erfolg für Mümmelmannsberg

Birgit Sokolowski vom Bürgerverein „aktiv wohnen“ kämpft seit September vergangenen Jahres für den Erhalt der Klinik, als bekannt wurde, dass die Eigentümer den OP-Bereich samt Betten schließen wollen. „Das die Verhandlungen nun offenbar ein gutes Ende nahmen, ist auch ein Erfolg für Mümmelmannsberg“, sagt Sokolowski. Bürgerverein und Anwohner befürchteten, dass mit dem Ende des somatischen Bereichs auch viele der zwei Dutzend Ärzte abwandern. „Das hätte einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in Mümmelmannsberg bedeutet“, sagt die 57-Jährige. Auch Ärzte und Patienten sind erleichtert. Eberhard Schmidt ist Internist und hat eine Praxis in dem Klinikgebäude: „Ich benutze regelmäßig den OP-Bereich und die Betten. Mit der Schließung hätte ich das medizinische Angebot einschränken müssen“, sagt der 63-jährige Mediziner. In Mümmelmannsberg leben rund 30.000 Menschen. Die nächste Klinik mit einem vergleichbaren Angebot ist das Bethesda Krankenhaus in Bergedorf, etwa acht Kilometer entfernt.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 07.04.2014 | 10:03  
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