Hamburg: Durchwachsene Bilanz

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Der „Time Tunnel“ ist schön bunt. Doch abends sollen sich hier am EKZ Dealer treffen

Forum Horn: Freude über Stadtteilhaus, Kritik an Leerstand

Von Martin Jenssen
Hamburg. Es gibt Anlass zur Freude in Horn. Vieles in der Entwicklung des Stadtteils ist auf einem guten Weg. Es gibt aber auch Anlass zu großer Sorge. Sehr viele Dinge in dem Stadtteil stagnieren. Einiges entwickelt sich sogar in eine negative Richtung. So das Fazit der 16. Sitzung des Forums Billstedt-Horn, die unter dem Motto „Im Blickpunkt: Horn“ im Wichern-Saal des Rauhen Hauses stattfand.
Anlass zur Freude ist vor allen Dingen das Stadtteilhaus. Der Treffpunkt für alle Horner Bürger wird jetzt endlich gebaut. Der erste Spatenstich für das Haus Am Gojenboom soll am 24. Mai im Rahmen des Stadtteilfestes stattfinden. Michael Mathe, Leiter des Fachamtes für Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Mitte, der Bezirksamtsleiter Andy Grote vertrat, würdigte auch die Arbeit des Jugendparlamentes Horn. In Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Horn verschönerten die Jugendlichen den Fußgängertunnel am EKZ Horner Rennbahn mit großartigen Graffiti. So schmücken nun bunte Bilder mit Motiven aus der Horner Geschichte den Tunnel. Aus der ehemals heruntergekommen und übel riechenden Fußgängerunterführung zwischen Gojenboom und dem Horner Einkaufszentrum ist ein viel bewundertes Kunstobjekt mit dem Namen „Time Tunnel“ geworden. Bei Neubauten und Renovierungen in Horn, so versprach Mathe, soll künftig streng darauf geachtet werden, dass die Bauweise mit vornehmlich roten Klinkern eingehalten wird. So soll der bauliche Charakter in dem für Hamburg enorm wichtigen Wohngebiet erhalten bleiben. Bei den Plänen zur Umgestaltung der Horner Rennbahn gibt es keine Neuigkeiten. Mathe: „Still ruht der See!“
In einer Diskussion zwischen Vertretern verschiedener Horner Institutionen und den Besuchern wurden dann deutlich die Sorgen angesprochen, die die Bewohner des Stadtteils plagen. Der Leiter des Fachamtes für Stadtplanung musste sich anhören:
Zu viele sozial schwache Menschen werden in Horn angesiedelt. Der Stadtteil braucht eine bessere Durchmischung auch mit besser verdienenden Bewohnern, um die Entwicklung voranzutreiben +*Das Bildungsniveau der Horner Grundschüler ist bedenklich
Im Stadtteil herrscht großer Ärztemangel, vor allem an Kinderärzten
Ständig wachsender Leerstand von Läden. Statt Geschäften, die für die Nahversorgung der Menschen wichtig sind, gibt es immer mehr Spielhallen und Shisha-Läden in Horn
Großes Problem: Drogen! Immer mehr Dealer und Drogenkonsumenten kommen in den Stadtteil. Handel getrieben wird u. a. offensichtlich an der U-Bahn-Station Legienstraße, spät abends auf dem Gelände der Schule am Pachthof sowie in dem renovierten „Time Tunnel“.

„Das ist eine Entwicklung, die für jeden Stadtteil gefährlich ist“, erklärte Michael Mathe. „Das nehmen wir mit und es wird aufgegriffen“, versprach der Vertreter des Bezirksamtsleiters.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 06.04.2014 | 10:36  
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