Hamburg: Gefährliche Spielstraße

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Mit selbstgemachten Verkehrsschildern wollen die Anwohner die Raser bremsen

Ärger um Raser im Fuchsbergweg. Seit einem Jahr fehlt Beschilderung

Von Christian Ehrhorn
Hamburg. Selbstgemalte Schilder prägen das Bild des Fuchsbergweges. Von den Bewohnern aufgestellt, sollen sie Autofahrern zeigen „dies ist eine Spielstraße, bitte langsam fahren“. Bislang zeigten sie keine Wirkung, wie Anwohner bestürzt und wütend berichten. Noch immer werde im Fuchsbergweg gerast. Seit im parallel verlaufenden Fuchsbergredder am Straßenbelag gearbeitet wird, noch mehr als zuvor. „Jeden Tag fahren Leute hier viel zu schnell durch. Das geht schon lange so. Und ist immer wieder gefährlich, weil hier viele Kinder spielen“, erzählt die Familie Demirtas.
Auch Vater Dieter Grühn (49) ist verärgert: „Hier wird grundsätzlich zu schnell gefahren. Mindestens mit 30 kmh.“ Erlaubt ist in Spielstraßen jedoch nur Schrittgeschwindigkeit. Das heißt: 5 bis 7 Stundenkilometer. „In der Straße spielen überall kleine Kinder. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es einmal kracht. Es kam schon häufig zu gefährlichen Situationen.“
Bis auf ein blaues „Spielstraßen-Schild“ am Anfang der Straße, gibt es keine offizielle Beschilderung im Fuchsbergweg der zwischen der Straße Haferblöcken und dem Harry-Hartz-Weg liegt. Auch der Hinweis „Sackgasse“ fehlt. An der Ecke Fuchsbergweg/Harry-Hartz-Weg geht es nicht weiter, zwingt eine Kehre die Autofahrer auf der vermeintlichen Abkürzung Richtung Schiffbeker Weg zum Umdrehen.

Kein Sackgassenschild

„Wenn sie merken dass es am Ende nicht weitergeht, rasen sie meist noch schneller wieder zurück“, sagt Anwohnerin Antje Dobberphul. Ihr Ehemann Horst fügt hinzu: „Wenn man die Autofahrer darauf anspricht, werden die auch noch wütend und beschimpfen einen. Es muss endlich mal etwas getan werden.“
Das sieht die SPD-Fraktion Hamburg-Mitte genauso. Bereits im letzten Jahr forderte sie in einem öffentlichen Antrag die sichere Umgestaltung des Fuchsbergweges. Ihre Vorschläge: Die Straße sollte nur noch für Anlieger freigegeben werden, das fehlende Sackgassenschild sollte aufgestellt werden und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 10 km/h deutlich kenntlich gemacht werden. Auf der Bezirksversammlung im September 2013 wurde dieser Antrag einstimmig beschlossen. Doch bis heute ist nichts geschehen. Anfang Juli war er nun Thema im Hauptausschuss. „Der Antrag wurde von allen Parteien einstimmig angenommen“, sagt der Billstedter SPD-Politiker Frank Ramlow. Jetzt muss die Verkehrsbehörde entscheiden, ob sie es für nützlich hält, diese Schilder dort anzubringen. Wir hoffen, dass die Entscheidung bald fällt und die Schilder noch diesen Monat angebracht werden können.“ Das wünscht sich auch Anjte Dobberphul. Ginge es nach ihr, würde sie das Problem mit den Rasern anders lösen: „Bodenschwellen und verstärkte Verkehrskontrollen würden bestimmt eine Wirkung zeigen.“
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