Hamburg: Hilfe für Mütter in Not

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Elke Feldmeier-Thiele. Foto: Christa Möller
 
Derzeit besteht unter anderem noch Bedarf an Kinderwagen Foto: Christa Möller

Glinder Verein unterstützt junge Schwangere mit Erstaustattung und Rat

Von Christa Möller
Hamburg. Der Lagerraum in Glinde ist gut gefüllt. Etwa zwanzig Kartons mit Babykleidung fürs erste Lebensjahr ab Größe 50 stapeln sich in den Regalen der Schwangerenhilfe, außerdem gibt es Babybetten, Kinderkarren, Kinderhochstühle sowie diverse Kisten mit Bettwäsche, Babyspielzeug, Proben von Pflegeartikeln, Babyhandtücher, Schwangerschaftsunterwäsche, ein Babytragegurt, mehrere selbst genähte so genannte Bettschlangen und vieles mehr. „Also alles, was man am Anfang so braucht fürs Kind. Im Moment sind wir ganz gut bestückt“, stellt Elke Feldmeier-Thiele (70), Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Schwangere in Norddeutschland“, zufrieden fest. Nur Windeln sind nicht gelagert, die werden im aktuellen Einzelfall gekauft. Kinderwagen allerdings würden noch benötigt, wie die Vorsitzende sagt, die sich immer über gut erhaltene Sachspenden sowie Geldspenden freut.

Eigene Erfahrungen

Vor 30 Jahren hat sie den Verein gemeinsam mit sechs Mitstreiterinnen in Glinde gegründet, um Müttern in Not zur Seite zu stehen. Sie wollten „aus unterschiedlicher Motivation heraus für andere in ihrer Schwangerschaftskonfliktsituation da sein, sie stärken, einen Weg finden, ihnen Hilfe zu geben, dass sie ihr Kind behalten können“, wie Elke Feldmeier-Thiele sagt. „Meine Motivation war, dass ich auch selbst mal in so einer Situation war“, ergänzt Feldmeier-Thiele. Sie hatte sich damals für eine Abtreibung entschieden – „das war sehr belastend.“ Deshalb unterstützt sie, gemeinsam mit anderen und auf Wunsch anonym, Frauen in ähnlicher Lage. „Wir wollen, ohne Moralapostel zu sein, Hilfen aufzeigen und Wege ebnen.“ Längst ist der Verein in Hamburg und dem Umland gut bekannt, hat gute Kontakte zu Ärzten, Kirchen und Verwaltung. Hilfe bekommt der Verein unter anderem vom Lions Club.

Die meisten Frauen, die im Laufe der Jahre Hilfe bei dem 13 Mitglieder zählenden Verein suchten, haben sich übrigens für ihr Kind entschieden. „Die Frauen, die sich an uns wenden, wollen unterschwellig ihr Kind auch“, so die 70-Jährige. Und auch nach der Geburt werde der Kontakt mitunter noch sehr lange gehalten, sagt die Mutter eines Sohnes, die inzwischen ein Enkelkind hat. Es freut sie, wenn sie längere Zeit über die Entwicklung auf dem Laufenden gehalten wird. Wie vielen Frauen der Verein insgesamt helfen konnte, kann Elke Feldmeier-Thiele nicht genau sagen, aber „es waren hunderte“.
Austausch im Glinder Gutshaus
Die Jüngste war 14, aber auch Frauen zwischen Ende 30 und Anfang 40 nehmen das Angebot an. Die Mehrheit sei allerdings bis 20 Jahre alt. Im vergangenen Jahr suchten etwa 35 Frauen Hilfe.
Elke Feldmeier-Thiele wohnt inzwischen in Linau, die übrigen Mitglieder kommen jedoch aus Glinde und der näheren Umgebung. Die Vereinsvorsitzende wendet 15 bis 20 Wochenstunden für ihr Ehrenamt auf und tut das gern, „weil ich ein so liebevolles Echo von den Frauen bekomme, die sich sehr dankbar zeigen. Weil ich weiß, es hat sich gelohnt, das ist richtig schön. Solange ich die Kraft dafür habe, das zu machen, bin ich auch bereit dazu.“ Einmal monatlich treffen sie sich zum Austausch im Glinder Gutshaus. Weitere Interessierte sind herzlich willkommen.

Weitere Infos unter schwangerenhilfe-nord.de oder schwangerenhilfe@aol.com oder unter Tel.: 041547 752 75
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