Hamburg: Ist „Elisa“ doch verloren?

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Michael Bertram (Bereichsleiter vhw), Marco Hahn (Vorstand vhw), Thomas Dittert (Architekt) und Astrid Wegner (Mieterservice vhw) vor dem Gebäude in Hamm. Sie plädieren für einen Neubau Fotos: Röhe
 
Das Gebäudeensemble am Elisabethgehölz in Hamm. Steht hier der Abriss unmittelbar bevor? Nach dem Willen der vhw ja, wenn es nach der Mieterinitiative „Rettet Elisa“ geht nein

Genossenschaft will 2014 mit Abriss des Backsteinensembles beginnen

Von Matthias Röhe
Hamburg. „Mit 20 von ursprünglich 122 Bewohnern ist bisher keine Vereinbarung geschlossen worden. Eine Reihe von Gesprächen steht aber kurz vor einem positiven Abschluss, so dass sich die Anzahl in den nächsten Wochen weiter reduzieren wird“, sagt Marco Hahn,
Vorstand der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw). Dies sehen die 20 Bewohner, Lokalpolitiker und Anwohner des historischen Backsteinensembles „Elisa“ anders und sind noch immer schockiert, dass viele runde Tische mit Vertretern der Mieterinitative „Rettet Elisa“, Abgeordneten der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte und der vhw sowie zahlreiche Gutachten nichts an der Entscheidung der Genossenschaft ändern konnten.

Paten für den Erhalt

Nun bekommen die Bewohner auch noch Unterstützung von Paten aus ganz Hamburg: Mitglieder zahlreicher Initiativen fordern mit einer Patenschaft Sanierung und Erhalt der Bauten am Elisabethgehölz. Es soll damit ein deutliches Zeichen gegen die Abrisspläne der vhw gesetzt werden. Mittlerweile ist der geplante Abriss bis zur Landespolitik durchgedrungen. „Der geplante aus Steuermitteln geförderte Neubau mit circa 100 Wohnungen soll die bestehenden Gebäude mit 122 Wohnungen ersetzen. Das stellt den wohnungspolitischen Konsens in Frage. Die Sanierung der wirtschaftlich in Schieflage geratenen Wohnungsbaugenossenschaft vhw mit staatlichen Fördermitteln scheint hier vor die Interessen der Mieter zu gehen“, moniert Olaf Duge, Sprecher für Stadtentwicklung und Wohnen der Grünen Bürgerschaftsfraktion. „Dabei wurde mit mehreren Gutachten nachgewiesen, dass bei unverändertem Grundriss und gleichbleibender Wohnungszahl eine wirtschaftliche Sanierung möglich ist.

Mieter klagen

Das Mietniveau – derzeit knapp 4,50 Euro pro Quadratmeter – würde nur wenig über das Sozialmietennivau steigen. Zudem blieben gerade die günstigen kleineren Wohnungen erhalten“, ergänzt Duge.
Die Initiative „Rettet Elisa“ hatte sich – anfangs mit Unterstützung der Stadtentwicklungsbehörde – für den Erhalt des Backsteingebäudes eingesetzt. Inzwischen scheint die Baubehörde eingeknickt zu sein.
Aktuell stehen 102 Wohnungen leer, 20 Mieter kämpfen derzeit noch um ihre Wohnungen. Teilweise klagen sie schon gegen die Kündigungen seitens der vhw.
Sie wiederum bekräftigt ihre Neubauplanungen und konkretisiert die Pläne, um einen Bauantrag stellen zu können. „Mit dem Abriss wird begonnen sobald der letzte Bewohner ausgezogen ist.
Dies wird nach derzeitiger Einschätzung im Laufe des Jahres 2014 der Fall sein. Anfang 2015 wird nach derzeitiger Planung mit dem Neubau begonnen“, sagt Marco Hahn. Warum voraussichtlich 102 anstatt 120 neue Wohnungen gebaut werden, begründet der vhw-Vorstandssprecher Hahn wie folgt: „Ursprünglich gab es Überlegungen, einen fünfgeschossigen Ersatzneubau und einen zusätzlichen Kopfbau zu errichten. Dieser wurde abgelehnt und alternativ ein Gebäude mit sechs Vollgeschossen vorgeschlagen. Unter Berücksichtigung von städtebaulichen und genehmigungsrechtlichen Fragen sind wir zum Ergebnis gekommen, dass nun ein Gebäude mit fünf Vollgeschossen und voraussichtlich 102 Zwei- bis Vier-Zimmer Wohnungen entstehen soll.“
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