Hamburg: „Man muss immer dranbleiben“

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Am Schnittplatz im Videoraum der Mediengruppe Sonnenland fühlt sich David zuhause Fotos: Sichting/wb
 
Nachher: Er hat in Bayern 25 Kilo abgenommen

Web-TV-Reporter David Marcel Dev ist in Billstedt aktiv – und auch beim Abnehmen ein Vorbild

Von Mathias Sichting
Hamburg. Den Web-TV-Reporter David Marcel Dev kennt man im Sonnenland. Der 18-Jährige engagiert sich ehrenamtlich im Stadtteilprojekt und im HdJ Billstedt. Außerdem berichtet er mit seinen kurzen Filmen als Kameramann über Veranstaltungen in Billstedt und Horn. Er zeigt der Welt online, was im Quartier los ist. Was die Welt nicht sieht: David hat ein Problem. Er ist stark übergewichtig. Doch seinen Kilos hat er den Kampf angesagt. Während einer Langzeitdiät im Adipositas-Langzeit-Rehazentrum in
Bischofswiesen verlor er in fünf Monaten 25 Kilo. Jetzt hat der engagierte Hamburger neue Ziele und Wünsche. Mit dem Wochenblatt hat David über seine Erfahrungen in Bayern, seine große Liebe Lisa und die Zukunft gesprochen.
„Es war ein ziemliches Ringen mit der Krankenkasse, diese Langzeitkur bewilligt zu bekommen. Ich musste mehrere Briefe verfassen, Einspruch einlegen und ein Jahr für die Therapie kämpfen“, erzählt David. Der Aufwand hat sich gelohnt. Er hat in den fünf Monaten in Bischofswiesen viel gelernt. „Allein in der ersten Woche habe ich sechseinhalb Kilo verloren. Mein gesamter Tagesablauf und meine Essgewohnheiten wurden umgestellt. Mir wurde da kräftig der Kopf gewaschen. Wenn ich überlege, was und wie viel ich vor dem Aufenthalt hier gegessen habe und wie ich mich während der Kur ernährt hab- darüber darf ich gar nicht nachdenken“, blickt David selbstkritisch zurück. Aus Fast-Food, Pizza und Süßigkeiten wurden Vollkorn, Obst und Müsli. Bei der Kur gab es plötzlich ganz strukturiert täglich drei Mahlzeiten plus Zwischenmahlzeit. Dazu viel Wasser und Tee statt Cola und Limonade.“

„Es hat klick gemacht“

Nach der ersten Abnehmwoche hat es bei David „mehrfach klick gemacht.“ Der Ansporn abzunehmen und sein Leben so zu verändern, war plötzlich da. Er war voll motiviert und zog die ersten vier Monate durch. Jeden Tag stand mindestens eine sportliche Einheit Minimum auf seinem Programm. Eine Ernährungsberatung unterstützte die Therapie. „Das Ergometer war beim Einstellungstest auf die geringste Stufe eingestellt. Nach 45 Minuten war ich rot wie eine Tomate. Die Betreuer dachten, ich platze. Ich habe Willen gezeigt“, so David stolz. Wandern, Volleyball, Ergometer und Schwimmen standen auf seinem Sporttherapieplan. Für jede Einheit gab es einen Stempel- pro Woche musste man wenigstens fünf vorweisen. David erfüllte diese Vorgaben immer. „Wer die Pflichtstempel nicht vorweisen konnte, bekam Medienentzug. Hat man allerdings alle Aufgaben erfüllt, durfte man beispielsweise nach Berchtesgaden. Dort war es sehr schön“, erinnert sich David.
Zusätzlich motiviert hat ihn die Liebe. Mit Lisa (16) hat der Billstedter seine große Liebe kennengelernt. „Sie kommt aus Österreich und war auch in der Einrichtung. Es hat gleich zwischen uns gefunkt. Wir haben das gemeinsam durchgestanden, das schweißt zusammen.“ Die Liebe der beiden ist stark und bis heute aktuell. „Wenn alles wie geplant weiterläuft, sucht sich Lisa in Hamburg eine Ausbildung. Wir wollen zusammenwohnen und unsere Zukunft gestalten“, sagt David.
Pro Woche hat er im Durchschnitt zwei Kilo abgenommen. Nach knapp fünf Monaten in Bischofswiesen war für David allerdings Schluss. Die Regelmäßigkeit der Therapie wurde für den engagierten Heranwachsenden unerträglich. Er beendete nach Absprache mit Ärzten die Kur. Vier Wochen vor dem offiziellen Ende. Statt 187 Kilo zu „Höchstzeiten“, stehen jetzt 157 Kilo auf der Waage. Ein Achtungserfolg. Seit Anfang September ist David wieder in Hamburg. „Ich habe eine Weiterbildungsmaßnahme zur Kassenfachkraft in Rothenburgsort begonnen, mein Zimmer umgeräumt, den Tiefkühler und das Süßigkeitenfach ausgemistet. Jetzt habe ich mir vorgenommen, bis Februar wieder zehn Kilo abzuspecken. Ich will auf 145 Kilo runter. Wenn ich mit der Maßnahme durch bin, möchte ich ab
1. August eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann beginnen. Dafür müssen aber noch ein paar Kilos runter“, weiß David. Der Billstedter möchte auch andere Jugendliche motivieren, an sich zu arbeiten. „Man muss immer dranbleiben, das habe ich gelernt. Wenn die Kilos purzeln, ist es ein Supergefühl.“ Wie die Kilos geschmolzen sind, kann dann auch die Welt sehen.
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1 Kommentar
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Nils Schröder aus Billstedt | 02.12.2014 | 17:49  
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