Hamburg: Möbel – aber günstig!

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Rudi hat Marianne einen Blumenstrauß vorbeigebracht. Einfach, um sich für die nette Bedienung in der Möbelkiste zu bedanken Foto: kg

„Möbelkiste“: Großes Angebot für kleinen Geldbeutel

Von Karen Grell
Hamburg. Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, seit die Möbelkiste in Eilbek eröffnet wurde und schon jetzt können sich die ehrenamtlichen Helfer über viele Anrufe von Spendern freuen. „Wir haben das Lager voll“, freut sich auch Organisator Klaus Reese.
Was jetzt noch fehlt, sind Bedürftige, die Tische, Sofas oder Betten brauchen. „Langsam quellen wir über“, heißt es im Team, aus sechs Helfern bestehend. „Vielleicht liegt es an der versteckten Lage im Hinterhof“, vermuten die Mitarbeiter der Möbelkiste, die bisher nur an einem Tag in der Woche, immer mittwochs das Lager öffnen. Die Zeiten sollen erweitert werden, sobald sich mehr Ehrenamtliche finden, die das Projekt unterstützen.
Das Prinzip der Möbelkiste ist das der Tafeln, die hamburgweit Lebensmittel an Obdachlose und arme Menschen ausgeben, nur dass es hier statt Obst und Gemüse, Schränke und Regale gibt und die zu absolut günstigen Preisen. Neue Kleiderschränke und Esstische kosten meist um die 20 Prozent des Neuwertes, gebrauchte Möbel erhalten einen kalkulierten Preis, der ebenfalls deutlich unter dem des Marktwertes liegt. So gibt es ein Bett mit Lattenrost und Matratze schon unter 100 Euro und ein Regal ab zehn Euro.
Alle Möbel-Spenden werden mit einem Transporter abgeholt, wer sie selber bringen kann, unterstützt die Möbelkiste zusätzlich durch eingesparten Arbeitseinsatz. Liefern können die Helfer die gekauften Möbel dann allerdings nicht. „Vielleicht gibt es Freunde oder Verwandte, die einen Wagen ausleihen könnten“, schlägt Marianne vor, die hier an jedem Mittwoch zur Stelle ist und hilft. Klaus Reese und sein Team wissen, dass viele Familien und auch alleinstehende Hartz IV-Empfänger und Geringverdiener mit ihrem Geld haushalten müssen und gerade größere Anschaffungen dann unmöglich sind. Wer einen Nachweis über seine Einkünfte mitbringt, kann in der Möbelkiste viele schöne Stücke erwerben, so wie Rudi, der gleich in der Nachbarschaft wohnt und immer mal etwas mitnimmt. „Jetzt hab ich keinen Platz mehr“, versichert er. Obwohl er nichts mehr gebrauchen kann, kommt er trotzdem immer mal vorbei und besucht das Team. Heute hat er einen Blumenstrauß mitgebracht für Helferin Marianne, die er schon aus der Kirchengemeinde kennt. „Als Dank, weil man hier so freundlich empfangen wird“.

Möbelkiste Wandsbek, Papenstraße 84 a, Gewerbehof Tordurchgang, 200008 – 28, Öffnungszeiten: Mittwoch 10 bis 15 Uhr
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