Hamburg: Neue Schwestern aus Indien

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Weihbischof Hans-Jochen Jaschke (li.) begrüßte gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Marienkrankenhauses Werner Koch (re.) im Vorfeld des Neujahrsempfangs die vier indischen Ordensschwestern. „Die gelernten Krankenschwestern sprechen sehr gut Deutsch und sind teilweise schon seit über 15 Jahren in verschiedenen Pflegeeinrichtungen in unserem Land tätig“, lobte Koch die Franziskanerinnen Foto: Sichting

Kurz vor dem 150. Geburtstag bekommt das Marienkrankenhaus Verstärkung

Hamburg. Menschlichkeit, Wärme und Geborgenheit sind keine Begriffe, die einem sofort in den Sinn kommen, wenn man an modernste Krankenhausmedizin denkt. Und doch schließen sich die Begriffe keinesfalls aus. Zumindest nicht im Katholischen Marienkrankenhaus in Hohenfelde. Seit mittlerweile 150 Jahren praktizieren hochqualifizierte Ärzte und Mitarbeiter – stets mit der von den Schwestern des Ordens vom Heiligen Karl Barromäus geprägte „Pflege mit Herz“. So gelang es 1889 etwa Dr. Kümmell im Marienkrankenhaus die erste erfolgreiche Blinddarmoperation auf dem europäischen Festland durchzuführen. Jahrzehnte später arbeitete Dr. C. Moeller (1910-1965), der als geistiger Vater der ersten deutschen künstlichen Niere gilt, als Stationsarzt am Marienkrankenhaus – um nur einige frühe Meilensteile in der Geschichte der Klinik nennen.

„Globale Verbundenheit“

1864 von den Ordensschwestern des Heiligen Karl Barromäus in einem Privathaus in der Langen Reihe gegründet ist das Marienkrankenhaus inzwischen die größte konfessionelle Klinik in Hamburg. Moderne Medizin verbunden mit christlichen Werten prägen auch heute den Geist des Hauses.
Dafür stehen auch die vier indischen Schwestern der Franziskanerinnen-Claristen-Gemeinschaft, die von nun an in der Klinik arbeiten und leben. Am Montag führte Hamburgs Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke die vier Frauen in einem Gottesdienst ein. Anschließend lud die Klinik zum traditionellen Neujahrsempfang in den neuen Lichtsaal ein und beging damit zugleich den Auftakt zum Jubiläumsjahr des Marienkrankenhauses. Am 18. März dann wird die Klinik 150 Jahre alt.

„Für uns ist der Dienst der Schwestern vor allem ein Zeichen dafür, dass die Weltgemeinschaft auch im Alltag immer wieder zusammenrückt, wenn es um die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen geht.“ Werner Koch

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Werner Koch, sieht die Einführung der vier indischen Schwestern auch als ein Beleg für die globale Verbundenheit in einer Gesellschaft voller Vielfalt und der gelebten Offenheit im Marienkrankenhaus. „Für uns ist der Dienst der Schwestern vor allem ein Zeichen dafür, dass de Weltgemeinschaft auch im Alltag immer wieder zusammenrückt, wenn es um die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen geht“, erklärte Koch im Vorfeld. Schließlich würden die Frauen dort ihren Einsatz leisten, wo es am wichtigsten sei: bei den kranken Menschen.
Zudem glaubt der Geschäftsführer, dass beide Seiten langfristig von dem Engagement der ausgebildeten Krankenpflegerinnen aus Indien profitieren werden. „Es wäre schön, wenn wir den Schwestern unsere 150-jährige Geschichte und einen Teil vom ‚Lebensgefühl Marienkrankenhaus’ vermitteln können“, sagte er. Gleichzeitig werde die Offenheit und Freundlichkeit der Ordensfrauen immer wieder neue Perspektiven eröffnen.

Sie wohnen über der Kita

In zwei zu einem Konvent mit Kapelle umgebauten Wohnungen über der Kindertagesstätte des Marienkrankenhauses werden die vier Franziskanerinnen leben und beten, auf der Chirurgischen Station 3, den medizinischen Stationen 3 und 6 sowie der Geriatrischen Station 2 arbeiten, und damit zum Geist des Hauses
beitragen. (brit)
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