Hamburg: Pilgern vor der Haustür

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Pastorin Sabine Titz von der Pauluskirche bereitet mit einem kleinen Team eine Pilgertour durch Hamm vorFoto: Christa Möller

Kirchengemeinde macht sich im Juni auf den Weg durch den Stadtteil

Von Christa Möller
Hamburg. Fernsehstars tun es, Menschen wie Du und ich tun es auch: Pilgern ist in. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, beispielsweise auf historischen Pfaden wie dem Ochsenweg nach Schleswig oder dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Spanien sowie auf dem Olafsweg nach Trondheim in Norwegen. Einige der Routen führen auch durch die Hansestadt Hamburg.
„Aber man braucht keine festen bekannten Wege, um zu Pilgern“, weiß Sabine Titz, seit August 2012 Pastorin der Pauluskirche in Hamm. Seit kurzem gibt es eine Pilgergruppe in der Kirchengemeinde. Wie sie entstanden ist? „Nach dem Hamburger Kirchentag 2013 wollten sich viele Menschen gern weiter engagieren“, weiß die Pastorin. Bei einem Treffen im Oktober signalisierten einige von ihnen den Wunsch nach einer Pilgergruppe. Sie baten die Pastorin, die übrigens „fast gar keine Pilgererfahrung“ hat, um geistliche Begleitung auf dem Weg. Eine der drei Damen aus dem Vorbereitungsteam hat schon einige Jahre Erfahrung, eine andere ist schon des Öfteren mit dem Fahrrad gepilgert. Gemeinsam wollen sie nun eine Pilgertour für Sonnabend, 21. Juni, ausarbeiten. Dann wird auf neuen Pfaden gepilgert, denn „einen Weg zu gehen und mit den Füßen zu beten, ist nicht von irgendwelchen historischen Wegen abhängig“, erklärt Sabine Titz, die schon einmal mit einer Konfirmandengruppe einen Pilgerweg durch den Stadtteil gestaltet hat. „Selbst gepilgert bin ich noch nicht, habe aber große Lust“, verrät sie. Hamburgs „Pilgerpastor“ Bernd Lohse, der vor einigen Jahren in der Hammer Kirchengemeinde eine einjährige Vakanzvertretung machte, hat Sabine Titz viele Impulse geschickt, „und wir werden uns auch noch mal zusammensetzen.“ Alle Interessierten dürfen sich den Termin gern schon mal im Kalender eintragen und können ohne Anmeldung mitmachen. Der Pilgerweg wird auch für ältere Teilnehmer und Familien mit Kindern geeignet sein. „Es soll immer mal Pausen geben – ein Kennzeichen von Pilgerwegen ist ja auch die Langsamkeit“, erläutert die Pastorin. Den Weg bewusst gehen, nicht nur den äußeren, sondern auch den inneren Weg, gemeinsam singen und geistliche Impulse erhalten, das wollen die Teilnehmer an diesem Tag. Deren Motivation wird sicherlich sehr unterschiedlich sein, aber Sabine Titz wird ebenso wie alle anderen Pilger erfahren: „Was wird in mir angestoßen auf diesem Weg, auf den ich mich einlassen möchte?“ Daraus könnte sich eine Chance für die Zukunft ergeben, ein Weg, der etwas verändert. „Ich mache den äußerlichen und auch den innerlichen Schritt. Und das geht, glaube ich, auch auf kleinen Wegen.“
Ein mögliches Thema für die dreistündige Nachmittags-Pilgertour könnte sein: „Wir haben keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Mögliche Stationen des Weges wären der Kreisel am Störtebeker-Haus, der historische Friedhof der Dreifaltigkeitskirche, die Kirche selbst und der Hammer Park. Und „es wird sicherlich eine Schweigestrecke geben, wahrscheinlich am Geesthang“, verrät die Pastorin, die sich mit ihrer Vorbereitungsgruppe natürlich noch öfter treffen und gemeinsam mit den Damen vorab schon mal auf den Weg machen wird.

Kirchenbüro Tel.: 21 90 12 10
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