Hamburg: Schau über Schiffbeker Weg

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Ralf Ziegenbalg, der Leiter der Geschichtswerkstatt Billstedt, zeigt Kerstin Gröhn (SPD) das Siedlungsgebiet, das im kommenden Jahr in einer Ausstellung zu sehen ist Foto: afr

Geschichtswerkstatt erhält Förderung für neue Ausstellung

Hamburg. Ralph Ziegenbalg strahlt. Für sein neues Projekt hat der Leiter der Geschichtswerkstatt Billstedt 10.000 Euro aus dem Quartiersfonds bekommen. „Ich freue mich sehr über die Förderung. Der Stadtteil bekommt auch etwas dafür“, sagt Ziegenbalg. Mit seinem Team plant er für das kommende Jahr im Billstedt-Center eine Ausstellung über „Die Siedler vom Schiffbeker Weg“. Es ist ein Mammutprojekt, an dem die ehrenamtlichen Hobby-Historiker seit drei Jahren schon dran sind.
Die Siedlungen am Schiffbeker Weg befinden sich auf dem Gebiet der ehemaligen Feldmark des Dorfes Schiffbek und bilden eine zusammenhängende städtebauliche Struktur, die in den 1920er bis 1950er Jahren entstanden ist, von Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern geprägt wird und für viel Grün und Lebensqualität steht. Neben Publikationen, die von den einzelnen Siedlungen veröffentlicht wurden, haben sich Ziegenbalg und seine Mitstreiter hbei ihrer Arbeit vor allem auf die Erinnerungen von Zeitzeugen gestützt. „Mit etwa 40 Personen haben wir insgesamt zwölf Interviews mit einer Gesamtlänge von mehr als 20 Stunden geführt“, sagt der Geschichtwerkstatt-Leiter. Die Aufzeichnungen umfassen annähernd 800 Seiten. Zugleich konnten im Rahmen der Gespräche zahlreiche Fotos, Zeichnungen, Karten und andere Dokumente zusammengetragen werden. Nächstes Ziel: Alles Material zu einer Ausstellung aufzubreiten.
Mit den 10.000 Euro aus dem Quartiersfonds kann Ralf Ziegenbalg unter anderem die Ausstellungstafeln finanzieren. Die Mittel waren auf Antrag von Kerstin Gröhn (SPD) bewilligt worden. „Die Geschichtswerkstatt Billstedt arbeitet bislang ohne institutionelle Förderung, hat also in der Rege keine Möglichkeit, aus öffentlichen Geldern Personal-oder Raumkosten anteilig zu finanzieren“, bedauert die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion und regionalpolitische Sprecherin für Billstedt. „10.000 Euro sind für eine recht kleine Institution eine recht große Summe und hier bestens investiert.“
Die Geschichtswerkstatt Billstedt besteht seit April 2007. Sie unterhält beim Kulturpalast ein kleines Archiv, betreibt eine Homepage (geschichtswerkstatt-billstedt.de), bietet Stadtteilrundgänge an und erarbeitet Ausstellungen und Publikationen. Im Oktober 2009 hat die Geschichtswerkstatt im Bill-
stedt Center eine Ausstellung mit Luftbildern aus den 1950er und 1960er Jahren gezeigt, zu der ein Jahr später eine 90seitige Broschüre veröffentlicht wurde. 2012 hat das Team einen Geschichtspfades mit zwölf Stationen erarbeitet. Für Ralf Ziegenbalg bleibt die Hoffnung, vielleicht im kommenden Jahr doch eine institutionelle Förderung zu erhalten. „Bis dahin hangeln wir uns weiter von Projekt zu Projekt.“ (wb)
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