Hamburg: Tschüs, Klanghaus!

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Ferdinand Försch und die Musikerin Stefanie Ressin beim Verpacken eines Saiteninstruments Foto: Jenssen/wb

Mieten stiegen: Wegzug aus Billbrook

Hamburg. Gearbeitet wird zur Zeit fast rund um die Uhr im „KlangHaus“ an der Berzeliusstraße. Es sind traurige Umzugsarbeiten. Weit über 100 Musikinstrumente und Kunstobjekte werden sorgsam verpackt. Schweren Herzens muss der Musikkünstler Ferdinand Försch (63) sein langjähriges Domizil in Billbrook aufgeben. Die immer wieder erhöhten Mieten konnte er für das mit musikalischen Kunstobjekten vollgestopfte Haus nicht mehr aufbringen.
Das Kunsthaus zieht in ein ehemaliges Fitnesscenter an der Wandsbeker Allee. In Billbrook hatte Försch genug Platz, um seine eigenen Musikinstrumente, zu entwerfen, für die er auch eigene Kompositionen schuf. Im Garten des Musikhauses veranstaltete er Konzerte für Klangkünstler aus aller Welt. So konnten experimentelle Musiker, die selten die Möglichkeit haben, vor Publikum zu spielen, ihre eigenen Klanginstallationen vorführen.
Über 70 Konzerte fanden in der Berzeliusstraße statt. Doch dann wurde die Veranstaltungsreihe gestoppt. Die Kulturbehörde strich dem „KlangHaus“ die Zuschüsse. Försch: „Die Planung und Finanzierung der Elbphilharmonie war der Behörde wichtiger als die Unterstützung kleiner kultureller Veranstaltungen.“
Durch sein eigenes Engagement und Auftritte konnte Försch, der in Würzburg Komposition, Percussion und elektronischen Musik studiert hatte, sein „KlangHaus“ lange über Wasser halten. Doch dann wurde das Gebäude an der Berzeliusstraße verkauft und zu einem Spekulationsobjekt. Nach dem dritten Weiterverkauf stieg die Miete so hoch, dass der Künstler sie nicht mehr aufbringen konnte. Der Umzug ist die traurige Konsequent. (je/wb)
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