Hamburg: Üben für die Ausbildung

Anzeige
Die beiden Schüler arbeiten an der Herstellung eines Garderobenteils für eine Kita Fotos: güb
 
Peter Bakker (3. v. r.) und Schulleiterin Sabine Oertel-Sieh (l.) führten Dr.Friederike Föcking, Dietrich Wersich und Karin Prien (v.l.n.r.) durch die Produktionsschule Horn

Produktionsschule bereitet an neuem Standort 55 Jugendliche auf Berufsleben vor

Von Günther Brockmann
Hamburg. Die Produktionsschule Horn hatte am Dienstag vergangener Woche Besuch von der Hamburger Politik. Dietrich Wersich, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft war mit den CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Friederike Föcking, Fraktionssprecherin für Soziales und Arbeitsmarkt und Karin Prien, zuständig für Schulpolitik, vorbeigekommen, um sich über die Arbeit der Einrichtung zu informieren.

Umzug nach Horn

Im Mai vergangenen Jahres stand die Zukunft der Schule auf der Kippe. Der damalige Träger, der Verein Beschäftigung und Bildung (B+B) hatte Insolvenz angemeldet. Die Sprungbrett Dienstleistungen Gesellschaft übernahm die Einrichtung und verlagerte im Herbst die Schule von Billstedt nach Horn, in die Horner Landstraße 304. Der Umzug hat sich für die Produktionsschule als sehr vorteilhaft erwiesen. „Die Räumlichkeiten, der Standort und die gesamte Einrichtung der Schule sind optimal. Mit 55 Schülerinnen und Schülern haben wir unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Jugendlichen leisten mit ihrer Arbeit Beachtliches“, sagte Peter Bakker, Geschäftsführer der Sprungbrett Dienstleistungen gGmbH.

Jeder Schüler bleibt rund ein Jahr

Die Produktionsschulen sind vorrangig ein ausbildungs- und berufsvorbereitendes Bildungs-, Beratungs- und Betreuungsangebot und sie funktionieren ähnlich wie kleine Betriebe. „Statt Klassenzimmer, Stundenplan, Tests und Ferien gibt es bei uns Werkstätten, Arbeitspläne, Produktionsschulgeld und Urlaub“, sagt Peter Bakker. „Bei uns kann man auch den Hauptschulabschluss erreichen. Rund 40 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler haben das im letzten Jahr geschafft“, sagte Peter Bakker.
In der Horner Einrichtung können sich Jugendliche in Arbeitsfeldern wie Malerei & Lackiererei, Raumausstattung, Tischlerei sowie Hauswirtschaft qualifizieren. Im Durchschnitt liegt die Verweildauer in der Produktionsschule bei einem Jahr. Mit einer Bescheinigung über einen Schulabschluss oder über erworbene Qualifikationen verlässt man in der Regel die Schule.
„Zur Zeit fertigen unsere Schüler Garderoben- und Büro schränke für eine Kita in Eilbek“, sagt Bakker. Für Privatkunden haben sie auch schon Carports gebaut. Peter Bakker ist stolz auf seine Schüler, die gute handwerkliche Leistungen zeigen müssen, damit die Auftraggeber auch zufrieden sind.

Chance für junge Menschen

Beeindruckt von dem Konzept waren auch die CDU-Politiker. „Die Schule ist in ihrer Art eine bespielhafte Einrichtung, die jungen Menschen mit Schwierigkeiten in ihrer Entwicklung die Chance bietet, eine Zukunft aufzubauen“, betonte Dietrich Wersich. Ihm pflichtete Friederike Föcking bei: „Jugendliche, denen vielleicht nicht einmal die eigenen Eltern etwas zutrauen, starten hier plötzlich durch, kommen pünktlich, arbeiten zuverlässig und gewinnen so eine Perspektive für ihr Leben – das ist eine tolle Leistung.“ „Produktionsschulen, einst vom schwarz-grünen Senat auf den Weg gebracht, haben sich als erfolgreicher Lernort bewährt. Hier in Horn schaffen Jugendliche mit schwierigen Startchancen einen guten Start ins Berufsleben“, ist Karin Prien sicher.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige