Hamburg: Über Hitlers vergessene Kinderarmee

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Foto: privat

Horner Buchautor und Zeitzeuge Günter Lucks stellt sein neues Buch vor

Hamburg. Häufig hören und sprechen wir von der „Gnade der späten Geburt“. Gemeint ist, dass Jüngere sich nicht für die schrecklichen Taten der Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg schuldig fühlen müssen. Doch wo verläuft die Grenze? Wann muss jemand geboren sein, um sagen zu können: „Ich war noch zu jung“?
Wer nach Israel reisen möchte und Jahrgang 1927 oder älter ist, muss nachweisen, nicht an NS-Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Die Jahrgänge ab 1928 gelten als unbelastet. Gerade diese damals 16 oder 17 Jahre alten Jungen, manche waren noch jünger, wurden als Kindersoldaten „verheizt“. Sie bildeten die SS-Panzerdivision Hitlerjugend oder wurden bei Luftangriffen auf die großen deutschen Städte als Flakhelfer eingesetzt. Viele verloren dabei ihr Leben oder kamen jahrelang als Kriegsgefangene in die Sowjetunion.
Günter Lucks, Jahrgang 1928, war einer von ihnen, der überlebte, aber sicherlich nicht von Gnade sprechen kann. Er wurde verwundet, kam in russische Gefangenschaft und kehrte erst 1950 nach Hamburg zurück. Im Gegensatz zu vielen anderen Kindersoldaten, die nicht über ihre Erlebnisse berichten konnten, öffnete er sich Jahrzehnte nach dem Krieg und veröffentlichte 2010 das Buch „Ich war Hitlers letztes Aufgebot“. Über 60.000 Exemplare wurden verkauft und lösten einen Sturm an Reaktionen aus. In diesem Jahr brachte Günter Lucks zusammen mit Harald Stutte das Buch „Hitlers vergessene Kinderarmee“ auf den Markt. Es enthält neben seiner eigenen Lebensgeschichte, Berichte von sieben weiteren Betroffenen. Günther Lucks lebt in Horn. Der Eintritt ist frei. (wb)


Montag, 12. Mai, 19 Uhr, Stadtteilarchiv Hamm, Carl-Petersen-Straße 76, Zugang vom Hof
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