Hamburg: vhw pocht auf Abriss am Elisabethgehölz

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Das Gebäudeensemble am Elisabethgehölz in Hamm. Steht hier der Abriss unmittelbar bevor? Die vhw sagt Ja, die Mieter hoffen immer noch auf Instandsetzung Foto: Röhe

Wohnungsbaugenossenschaft: Neubau von 102 Wohnungen steht bevor

Hamburg. Michael Osterburg, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Mitte, begrüßt es „wenn wir an den Verhandlungstisch zurückkehren könnten, um über die Elisa zu verhandeln und zu diskutieren“. Osterburg hofft, dass es mit dem Wechsel des Vorstandsvorsitzenden Marco Hahn nach nur einem Jahr Amtzeit eine Wendung in der Politik der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw) gibt. Auch Sandra Clemens (Linke) ist sich sicher: „Bei der Begehung der Elisa-Häuser konnten wir uns von der akzeptablen Bausubstanz der Gebäude überzeugen. Ein anwesender Architekt bestätigte uns, dass eine Instandsetzung möglich ist, ein Abriss muss wirklich nicht sein.“ Zudem ist die 38-jährige Politikerin verärgert: „Skandalös und angesichts der Wohnungsnot nicht zu verantworten ist die Tatsache, dass in den Gebäuden mehrere Wohnungen leer stehen.“ 
Die vhw hingegen beharrt auf ihre Abrisspläne. In einer Erklärung teilt sie mit, dass im Ergebnis die Neubauplanung für die Wohnanlage Am Elisabethgehölz 3-7, Chapeaurougeweg 16-20 und Curtiusweg 1-5 ein Gebäude mit 102 preisgünstigen, zeitgemäßen und energieeffizienten Zwei bis Vier-Zimmerwohnungen im sozialen Wohnungsbau bevorstünden. Backsteinoptik, Baustil und die Höhe orientieren sich am bisherigen Gebäude, so dass die hamburgische Bautradition aufgegriffen würde. „Der Planungsprozess war aufgrund der unterschiedlichen Interessen zeitaufwändig. Mit dem Ergebnis dürfen aber alle Beteiligten zufrieden sein. Nun hoffen wir auf eine schnelle Genehmigung unseres Bauantrags“, sagt Annika Patzelt, Sprecherin der Baugenossenschaft. Eine Abrissgenehmigung des Bezirks Mitte liegt bereits seit Februar 2013 vor, ein Baubeginn ist für 2015 avisiert. „Elisa II“ werde als öffentlich geförderter Wohnungsbau (erster und zweiter Förderweg) realisiert. Die Kaltmieten liegen zwischen 5,90 und 8,20 Euro pro Quadratmeter.
Bislang sei mit mehr als 90 Prozent der Mietparteien (ursprünglich 122) auf Basis der mit dem Hamburger Mieterverein abgeschlossenen Rahmenvereinbarung bereits ein Umzug in Ersatzwohnungen erfolgt. Mit den verbliebenen Bewohnern sei die vhw kontinuierlich im Gespräch, um auch für diese Mitglieder tragfähige Lösungen zu finden. Nach Fertigstellung können die rückzugswilligen Mitglieder eine Wohnung im Ersatzneubau zur garantierten Kaltmiete von 5,90 Euro pro Quadratmeter anmieten, teilt die vhw mit. Bei allerdings 102 neuen Wohnungen auf der einen und 122 Mietparteien auf der anderen Seite eine Ankündigung, die Fragen aufwirft. (mr)
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