Hamburg: Wir sind die Kiezläufer!

Anzeige
Die Kiezläufer haben ihre Ausbildung beendet und beginnen nun mit regelmäßigen Rundgängen im Stadtteil Foto: rg

Vorbilder und Helfer: Die neuen Stadtteilrundgänger starten in Horn

Von Rainer Glitz
Horn. „Es wird kein leichter Weg, aber ich bin zuversichtlich, dass ihr erfolgreich sein werdet. Lasst uns starten!“ Mit diesen Worten von Jörg Kowalczyk vom Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation (IKM) wurde es ernst für die neun Kiezläufer in Horn. Jeder bekam ein Zertifikat und eine Blume. „Ihr macht es nicht des Geldes wegen, mit eurem ehrenamtlichen Engagement zeigt ihr euer Herz für den Stadtteil“, so Kowalczyk weiter. Das IKM hat die neun jungen Erwachsenen gewissenhaft ausgebildet. Auf dem Programm standen Streitschlichtung und Deeskalation, aber auch die
Palette an Hilfsangeboten in Horn.
Die Kiezläufer machen regelmäßig Rundgänge und sprechen gezielt Jugendliche und Jungerwachsene an, die Probleme haben und sonst von der Straßensozialarbeit nicht erreicht würden. Sie sollen keine Polizeiaufgaben übernehmen, sondern nur ihre Hilfe und Erfahrung anbieten. Und: Für die sozial benachteiligten, perspektivlosen 15- bis 27-Jährigen sollen die Kiezläufer auch Vorbild sein. Sie sollen erkennbar sein, deshalb wird gerade ein Logo entworfen, T-Shirts sind in Arbeit, Jacken soll es später auch geben. In ganz Horn sollen Flyer verteilt werden, um die Kiezläufer bekannt zu machen. Im September ist ein großes Fest geplant, dann liegen auch schon erste Erfahrungen des Projektes vor.
Wichtiger Geldgeber der Kiezläufer ist das Hamburger Spendenparlament, das mit großer Mehrheit für die Anschubfinanzierung stimmte. Viele Parlamentarier seien am Anfang skeptisch gewesen, sagt Gert Upadek. „Findet Ihr wirklich jemanden für die Aufgabe, wurde ich gefragt“, sagte das Mitglied der Finanzkommission des Spendenparlamentes. Er habe große Hochachtung vor dem Engagement der Kiezläufer. „Ich hoffe, dass weitere Stadtteile folgen“, so Upadek. Eine der beiden Frauen in der Gruppe ist Lydia Pusunc. „Ich fand die Idee super, wusste aber anfangs nicht, worauf genau ich mich einlasse“, sagt die 24-jährige Studentin. Sie war früher selbst im Jugendzentrum Horner Geest aktiv und wurde deshalb angesprochen. „Ich bin hier im Stadtteil aufgewachsen und damit klar im Vorteil. Man kennt die Leute und hat ein gewisses Verständnis für sie“, erklärt Lydia Pusunc. Bei der IKM-Ausbildung habe sie viel gelernt und habe deshalb keine Angst vor brenzligen Situationen. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, sagt die 24-jährige.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige