Hamburger Gemeinschaft hilft

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Ein Plakat aus der Gründerzeit der DHG Fotos: Christa Möller
 
Die fleißigen Helfer bei der Paketaktion Fotos: Holger Paulsen

Ob mit Päckchen oder Reisen: Seit 70 Jahren ist die Deutsche Hilfsgemeinschaft für andere da

Von Christa Möller
Hamburg. Der 18. Oktober 1945 ist ein denkwürdiges Datum: Vor fast 70 Jahren, gründete Bürgermeister Dr. Rudolf Petersen eine Hilfsgemeinschaft, um die hungernden und frierenden Menschen im Nachkriegs-Hamburg mit Lebensmitteln und Kleidung zu unterstützen. Unzählige Päckchen halfen, die schwierige Versorgungslage zu verbessern. Erst Mitte der Fünfziger Jahre war Besserung in Sicht, jetzt galt es, für die Kinder der Stadt Erholungsreisen nach Wittenberge an der Elbe zu organisieren und zu finanzieren. Dafür wurden damals große Spendenaktionen organisiert. Später wurden Menschen in Hamburgs Partnerstadt Sankt Petersburg jahrelang durch Päckchen unterstützt.

2000 Päckchen

Bis heute gibt es die Deutsche Hilfsgemeinschaft (DHG), die seit über 25 Jahren ihren Sitz in Hamm an der Bürgerweide 38 hat. 32 Mitglieder gehören dem Verein an, davon 20 Aktive. Außerdem sind zahlreiche Ehrenamtliche im Einsatz, etwa bei der Weihnachtsaktion: „Beim Päckchenpacken hatten wir tatkräftige Unterstützung von Mitarbeitern eines Hamburger Energieversorgers und einer Logistik-Firma“, erklärt Michael Pasing. An zwei Tagen packten 120 Helfer etwa 2.000 Pakete für Bedürftige. Darin enthalten: Schinken, Schokolade, Christstollen und andere Lebensmittel im Gesamtwert von etwa 40 Euro. „2014 haben wir für knapp 70.000 Euro Waren gekauft“, so Pasing, der sich freut, auf einen „langjährigen Spenderpool“ zurückgreifen zu können.

„Aber die Nachfrage nach Paketen wird nicht weniger“, appelliert er an weitere Unterstützer. Da passt auch der Vorsitzende Uwe Gutwasser ins Bild, der sich im kleinen Flohmarkt-Laden, der Bücherstube, in der Geschäftsstelle engagiert, wo, wie der Name schon sagt, hauptsächlich Bücher den Besitzer wechseln, aber auch Kleidung, Kinderspiele und anderes. „Die Einnahmen gehen in den großen Spenden-Topf.“
Etwa 70 Ehrenamtliche zwischen 16 und Mitte 60 sind dabei, wenn Hamburger Kinder auf Ferienreisen gehen, Schüler und Studenten sowie Auszubildende ebenso wie Berufstätige oder Frührentner. Einige sind seit 15 oder 20 Jahren der DHG treu, manche waren selbst als Jugendliche mit auf Tour.

Ferienfahrten

Sozialpädagogin Nadine Steffens achtet darauf, dass die Teams möglichst altersgemischt sind und sich erfahrene und unerfahrene Betreuer ergänzen. Das ist wichtig, denn die Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 15 Jahren kennen sich zuvor nicht. Die pädagogische Leiterin des Programms für Kinder und Geschäftsstellenleiter Michael Pasing sind fest angestellt. Alle weiteren DHG-Helfer sind ehrenamtlich aktiv, auch Günter Eggers, der Reisen für Grundsicherung empfangende Senioren organisiert. Sie haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Woche Urlaub.

Auch für die Jugendreisen gibt es Auflagen, mitfahren können Kinder von zuschussberechtigten ALG-1- oder ALG-2-Empfängern sowie Wohngeldempfängern oder Kinder von Familien, die Hilfe zur Erziehung erhalten. Auch Pflegekinder und Kinder aus Familien, deren Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet, dürfen an den Reisen teilnehmen. Das Handy muss allerdings in jedem Fall zuhause bleiben. Die Stadt Hamburg unterstützt das Reiseangebot der Deutschen Hilfsgemeinschaft, die allerdings dennoch auf Spenden angewiesen ist. Anmeldestart für die Frühjahrsreisen ist am 17. Januar 2015.

Wer die DHG-Reisen ehrenamtlich unterstützen möchte, hier wird besonders die Gruppe der 30- bis Mitte 40-Jährigen angesprochen, findet weitere Informationen unter dhghh.de oder per Telefon unter 250 66 20.
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