Hamburger Wasserwerk als Klassenzimmer

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An der Schale mit Wasserflöhen kamen Schulsenator Ties Rabe (li.) und Dr. Michael Otto ins fachsimpeln. Beide bestätigten, dass sie in ihrer Jugend auch Wasserflöhe gefangen hätten Fotos: ks

500 Grundschüler waren die „Aqua-Agenten“ 2014 in Rothenburgsort

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Der etwas andere Unterricht: 500 Grundschüler aus dem gesamten Stadtgebiet tauschten vergangene Woche ihr Klassenzimmer gegen einen Besuch im Wasserwerk Rothenburgsort. Als sogenannte Aqua-Agenten mussten sie, aufgeteilt in 100 Teams, kniffelige und spannende Aufgaben rund um das Thema Wasser lösen.
Anlass für die lehrreichen Aktionstage war der Weltwassertag am vergangenen Sonnabend. Unter den Augen der drei Paten – Schulsenator Ties Rabe,  Dr. Michael Otto als engagierter „Abgesandter“ der „Michael Otto-Stiftung für Umweltschutz“ sowie Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von „Hamburg Wasser“-  machten sich die Jungen und Mädchen mit ausgesprochen viel Eifer an die Sache. Galt es doch, auf einem Parcours mit 20 Stationen Fragen wie „Was hat der Wasserfloh mit mir zu tun?“, „Wie viel Wasser brauche ich am Tag?“ oder „Wie viel Wasser steckt in einer Jeans?“ im Team zu lösen oder die richtige Antwort zu schätzen.
Es war bereits der dritte „Sondereinsatz“ von Hamburger Schülern als Aqua-Agenten seit 2010. In diesem Jahr stand die Vielfalt des Wassers im täglichen Leben im Vordergrund. „Es ist schon beeindruckend, wie vielseitig sich die Schülerinnen und Schüler mit dem wichtigen Thema Wasser beschäftigt haben“, erklärte Schulsenator Ties Rabe. Auch der Kuratoriumsvorsitzende Michael Otto lobte den Einsatz der kleinen Aqua-Agenten: „Gerade die Kinder zeigen mit Neugier und unbändigem Wissensdurst, dass wir mit dem Ansatz einer nachhaltigen Umweltbildung richtig liegen“.
Ein wichtiger Bestandteil der Aqua-Agenten-Veranstaltung war die Übergabe von 640 Wunschkarten. Die Kinder hatten diese im Vorfeld beschrieben und anschließend an die drei Paten überreicht. Darin forderten die Schüler, dass es „immer genug und sauberes Wasser geben“ soll und „Firmen besser kontrolliert werden, damit es weniger Wasserverschmutzung gibt“. Und: „Es sollen in Zukunft weniger Produkte wie Plastiktüten verwendet werden.“ Dr. Otto: „Es geht um die Zukunft der Kinder. Ich finde es daher wichtig, dass wir ihre Wünsche sehr ernst nehmen.“ Gemeinsam mit Ties Rabe und Nathalie Leroy hat sich Dr. Otto verpflichtet, die Umsetzung dieser Wünsche aktiv voran zu bringen.
Übrigens: die Antworten auf die spannenden Parcours-Fragen sollen den Wochenblatt-Lesern natürlich nicht vorenthalten werden. Jedes kleinste Lebewesen, also auch der Wasserfloh, hat seine Daseinsberechtigung im Ökosystem Wasser. Der Floh ist die Nahrung für den Stichling, der Stichling wiederum für den Zander, der Zander schließlich für den Menschen. Der Durchschnittsverbrauch eines Hamburger Bürgers beträgt 106 Liter Wasser pro Tag. Und: Für die Herstellung einer Kinderjeans werden durchschnittlich 6.000 Liter Wasser verbraucht.
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