Hamburgs neue Super-Siele werden verlegt

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Michael Krüger (Bautechniker, 56) und Isabell Sobottka (Referatsleiterin, 43) stehen in einem der insgesamt 50 Fertigbauteile. Sie sind 2,85 Meter hoch und wiegen etwa 26 Tonnen

Hamburg Wasser saniert in Kuhmühle und am Mühlendamm die ältesten Abwasserrohre der Stadt

Von Matthias Röhe
Hamburg. Anwohner im Mühlendamm zwischen Kreuzung Graumannsweg und Mühlendamm Höhe Hausnummer 76 haben es bereits mitbekommen: Der erste Bauabschnitt, in dem das alte Siel unterirdisch durch eine Vortriebsmaschine abgebrochen und von innen mit einem neuen Rohr ausgekleidet wurde, ist beendet. Zurzeit läuft der zweite Bauabschnitt.
Und der erreichte in der vergangenen Woche seinen Hochpunkt: Mit einem 450-Tonnen-Schwerlastkran wurden zunächst drei rechteckige, 2,85 Meter hohe und zwei Meter breite Betonelemente in den Erdboden bugsiert. „Die Besonderheit bei diesen Betonelementen ist, dass jeweils zwei Sielleitungen eng nebeneinander verlaufen“, sagt Ole Braukmann, Sprecher von Hamburg Wasser.

Zwei alte Siele

Das städtische Unternehmen saniert in der Kuhmühle und im Mühlendamm zwei der ältesten Siele Hamburgs, das Geest- und das Kuhmühlenstammsiel. „Das Geeststammsiel ist über 140 Jahre alt“, erklärt Braukmann. „Das Kuhmühlenstammsiel wurde zwischen 1899 und 1904 errichtet und ist das größte historische Stammsiel Hamburgs“. Das Siel entwässere die Stadtteile Rahlstedt, Wandsbek, Eilbek, Hohenfelde sowie die Hafen-City.
Aufgrund seines Alters ist es stellenweise sanierungsbedürftig – daher werde seit September vergangenen Jahres an den Sielen gearbeitet. An der Kreuzung Kuhmühle/Graumannsweg und Kuhmühlenbrücke läuft die Erneuerung in „offener Bauweise“. Das Besondere an diesem Abschnitt: Kuhmühlen- und Geeststammsiel verlaufen dort parallel. Daher werden dort auf einer Länge von 90 Metern sogenannte Doppelkastenprofile eingebaut. „Nach und nach werden an dieser Stelle insgesamt 50 Fertigbauteile geliefert und per Spezialkran in die Baugrube eingesetzt“, ergänzt Braukmann.

Die Sielbauarbeiten haben 2012 begonnen und werden voraussichtlich in diesem Herbst beendet sein. Die Investitionssumme beläuft sich auf etwa acht Millionen Euro. Tiefe unter Geländeoberkante (GOK): sechs bis zehn Meter, Länge der Baustelle: etwa 300 Meter, davon Länge Sielsanierung im unterirdischen Vortriebsverfahren: etwa 200 Meter. Für die Autofahrer steht noch bis April für beide Fahrtrichtungen nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Ab April ist an der Kreuzung Kuhmühle, Graumannsweg/Güntherstraße das Abbiegen aus der Straße Kuhmühle und das Linksabbieten aus dem Graumannsweg in die Kuhmühle nicht möglich. Die Zufahrt zu den Grundstücken ist weitestgehend möglich. Der Anlieferverkehr ist frei. Umleitung wird ausgeschildert
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