Hier gibt‘s was auf die Ohren

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Soundhouse-Musiker in Aktion: die cajoneros de billstedt... Foto: Jahnspierr Leyton
 
Rainer Picker, li., und Hugo Leyton ist es wichtig, Jugendliche an Instrumente heranzuführen Foto: Möller

Stadtteilprojekt Soundhouse Billstedt bietet Übungsräume und Technik für Nachwuchsbands

Von Christa Möller
Billstedt
Im Soundhouse Billstedt können Jugendliche so richtig laut Musik machen. Vier schallgedämpfte Übungsräumen, drei davon mit komplettem Bandequipment, der vierte mit Technik für DJ-Training, stehen für Unterricht und Proben bereit, dazu ein Aufnahmeraum für Demo-CDs und DJ-Arbeit. Rainer Picker, Leiter des Mehrgenerationenhauses der evangelischen Kirchengemeinde Schiffbek und Öjendorf und Mitgründer des Soundhouses, koordiniert das Musik-Projekt für derzeit rund 70 junge Leute zwischen zwölf und 26 Jahren. Zur Verfügung stehen ihnen etwa 70 Instrumente von der akustischen bis zur E-Gitarre über E-Bässe, Schlagzeug und Percussion bis zu Keyboard, Klavier und Mikrophon.
Denn auch Gesangsunterricht wird im Rahmen des seit 1996 bestehenden Projektes von Kirchengemeinde, Jugendförderverein Billstedt und Haus der Jugend Billstedt angeboten. Hier können die Jugendlichen aus verschiedenen Kulturkreisen, Einzugsgebieten und Einrichtungen wie die Mädchenband „Russian Girls“ ihr Potential beispielsweise mittels Hip Hop, Folklore, Rock oder Techno entfalten.

Bezirksamt finanziert Räumlichkeiten


Die Räumlichkeiten im Mehrzweckhaus finanziert das Bezirksamt, die fünf Honorarkräfte, Musiktherapeuten und Lehrer, kommen von den Trägereinrichtungen und für die Instrumente werden Mittel beispielsweise bei Stiftungen und dem Stadtteilverfügungsfonds eingeworben. „Und wir haben eine kleine Einnahmequelle: Wir verleihen Musikanlagen an gemeinnützige Träger“, sagt Sozialpädagoge Picker. Erfahrene Jugendliche sorgen dabei für den perfekten Sound.
„Die Bands bekommen hier auch Bandbetreuung oder machen das selbstständig“, erklärt der Leiter des Hauses der Jugend, Hugo Leyton, der den Gesangskursus betreut. Der Erzieher macht seit seinem 14. Lebensjahr Musik und ist seit Jahren Sänger und Komponist in der Band „Miyaye“. „Das Interesse an Musik ist da“, freut er sich über die jungen Musikbegeisterten aus Billstedt, Horn, Hamm und Mümmelmannsberg, die ein- bis zweimal wöchentlich zum Unterricht kommen oder hier proben. Ein Problem sei die Zeit von 18 bis gegen 21.30 Uhr – so mancher würde gern länger proben. Das Soundhouse sieht sich als Bühne für die Jugendlichen aus der Umgebung, aber auch als Vermittler zwischen den Generationen. Wie gut das gelingt, zeigte sich kürzlich wieder beim Tanz in den Mai, wo junge und ältere Billstedter in Kontakt kamen und miteinander feierten. In Projektform Musik erleben und verschiedene Instrumental-Richtungen kennenlernen, das wollten vor einiger Zeit ebenfalls mehrere Generationen. Ein Beispiel: Die 81-Jährige, die mit ihrer 13-jährigen Enkelin teilnahm. Aus der benachbarten Elternschule kommt eine Kinderband, die im Soundhouse probt, ebenso wie das Gesangs- und Salsa-Ensemble des Hauses der Jugend „Corazon y llama“. Etwa zwei bis drei Jahre bleiben die Gruppen im Schnitt dem Soundhouse treu, manche nutzen später den Übungskeller in der Dependance an der Bill-stedter Hauptstraße.

Am Sonnabend auf dem Billstedter Marktplatz


Natürlich ist neben Unterricht und Probemöglichkeiten auch die Gelegenheit zum öffentlichen Auftritt wichtig, so etwa beim Jugendmusikfestival auf dem Billstedter Marktplatz am Sonnabend, 20. Juni, wo ab 13 Uhr etwa zehn verschiedene Billstedter Bands und Tanzgruppen zu sehen und zu hören sein, darunter aus dem Soundhouse die Percussiongruppe, einige Mitglieder der Gesangsgruppe, die Schlagzeuggruppe und nicht zuletzt die „Russian Girls“. Und natürlich besteht auch beim Sommerfest des Mehrzweckhauses am 26. Juni die Gelegenheit zum Auftritt. Übrigens gibt es sogar einige Bands, „die ein bisschen bekannter sind“, sagt Rainer Picker mit Blick auf ehemalige Soundhouse-Nutzer wie die Gruppe „nixuntertreiben“.

Info:
Voraussetzung für die Teilnahme am – kostenlosen – Unterricht oder Proben im Soundhouse ist die Lust am Musik machen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Allerdings muss sich jeder im Soundhouse an die Regeln halten – Drogenkonsum, dazu zählen auch Zigaretten, ist hier tabu. Weitere Infos erhalten Interessierte im Haus der Jugend Billstedt, Telefon 040 – 42 85 47 48, oder im Internet unter www.hdjbillstedt.de (www.jugendserver-hamburg.de) oder per E-Mail an Rainer Picker unter picker@soundhouse-billstedt.de
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