Hilfe für Jugendliche ohne Job

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Hier bekommen Jugendliche mit schlechtem oder gar keinem Schulabschluss die Chance auf einen Jobeinstieg. Mitarbeiter und Teilnehmer des Projektes stehen im Eingangsbereich der neu eröffneten „Come-in“-Beratungsstelle in der Frankenstraße 35.Foto: Röhe
 
Detlef Scheele, Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration hielt das Grußwort bei der offiziellen Eröffnungsfeier. Foto: Röhe

„Come-in”-Beratungsstelle in Hammerbrook eröffnet

Von Matthias Röhe
Hammerbrook. „Ich bin in meiner Schulzeit zweimal sitzen geblieben. Aber wie man sieht, kann aus einem immer etwas werden”, sagte Detlef Scheele, Senator für Arbeit, Soziales, Familie und Integration.
Angesicht des zu erwartenden Rückgangs der erwerbstätigen Bevölkerung könne es sich Hamburg nicht leisten, dass Jugendliche ohne Ausbildung und Beschäftigung bleiben. Daher spiele die Hilfe zum Berufsstart benachteiligter junger Menschen eine wichtige Rolle im Arbeitsmarktprogramm des Senats.
Nach Büros in Wandsbek, Bramfeld und Rahlstedt können die Sozialpädagogen der GSM Training und Integration GmbH, die ihren Hauptsitz in Kiel hat, seit Januar auch in Hammerbrook eine wohnortnahe Unterstützung anbieten. Zur offiziellen Eröffnung der vierten “come-in”-Beratungsstelle vergangene Woche hob Senator Scheele die Bedeutung einer vernünftigen Ausbildung hervor. „Schule ist wichtig. Sie ist ein Sprungbrett in die Arbeitswelt. Das Projekt passt ideal zur Gesamtstrategie des Hamburger Senats”, sagte Scheele vor etwa 150 geladenen Gästen. “
In den vergangenen knapp drei Jahren haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von „come in“ 600 junge Hamburger unterstützt, insgesamt sollen 1.300 es werden. Wie gut die Chancen der jungen Menschen sind, die sich an die Beratungsstelle wenden, um einen Job zu finden, erklärt Projektleiter Dieter Kunold-Heldt: „Jeder Jugendliche bekommt bei uns eine Chance – egal was für eine Vorgeschichte derjenige hat”, sagte er und machte den Vergleich mit einem weißen Blatt Papier. „Wir stellen alles auf null. Jeder ist ein unbeschriebenes Blatt und gemeinsam blicken wir nach vorn.”
Ihrem Berufsstart stehen meist nicht nur schlechte oder fehlende Schulabschlüsse im Weg, sondern gravierende persönliche Probleme, wie beispielsweise Wohnungslosigkeit, Schulden, psychische Probleme und Drogenkonsum. Trotz schwieriger Voraussetzungen konnten die Berater bisher 40 Prozent der Teilnehmer eine berufliche Perspektive eröffnen.
Sie haben Praktika, Schul- und Berufsausbildungen begonnen oder konnten sich in Bildungsprojekten weiterqualifizieren.
Kurasch Almasi ist einer von denen, die seit Januar am Standort in Hammerbrook an verschiedenen Seminaren und Angeboten teilgenommen haben. Sein Ergeiz hat sich gelohnt: Ab 1. August absolviert der 21-Jährige eine Ausbildung als Fachangestellter für Bäderbetriebe.
„Damit erfüllt sich mein Berufswunsch, später hauptberuflich als Rettungsschwimmer in einem Schwimmbad zu arbeiten”, sagte Kurasch Almasi. Zwar habe der junge Mann bereits mehrere Jahre ehrenamtlich als Rettungsschwimmer gearbeitet, aber zu seinem Beruf konnte es der 21-Jährige bisher nicht machen. Jetzt endlich der Erfolg.
Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF und der Freien und Hansestadt Hamburg gefördert.
An den vier Standorten in Hamburg sind 30 Mitarbeiter beschäftigt. Das neue Beratungsbüro „come in“ befindet sich in der Frankenstraße 35 in Hammerbrook. Knapp 100 Teilnehmer kommen derzeit regelmäßig zu verschiedenen Veranstaltungen. Das Motto des Projektes: „Arbeitslosigkeit ist ein Zustand. Nicht mehr und nicht weniger. Wir ändern Zustände.“ Weitere Informationen zum Angebot von „come in“ und den einzelnen Projekten des ESF finden Sie unter www.gsm-group.de und www.esf-hamburg.de. (mr)
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