Horn soll ein Stadtteil ohne Hürden werden

Anzeige
Hamburg-Horn soll ein Stadtteil ohne Hürden werden Grafik: wb

Barrierefreies Pilotprojekt im Quartier Vierbergen/Washingtonallee gestartet

Von Johanna Landeck
Horn
Kippelige Gehwegplatten, unbeleuchtete Straßenecken, zugewucherte Radwege, hohe Bordsteinkanten und zu wenig Fußgängerüberwege. Die Liste an Hindernissen mit denen Senioren, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen
im Quartier Vierbergen/Washingtonallee tagtäglich konfrontiert sind, ließe sich noch weiterführen. Schluss damit, findet der Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Gemeinsam mit Kooperationspartnern startet das Unternehmen ein Pilotprojekt. Ziel ist es, sämtliche Alltagswege für die Anwohner barrierefrei zu machen. Und das bedeutet eben nicht nur, dass die U-Bahnhaltestelle mit einem Aufzug ausgestattet wird, sondern, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen egal welcher Art ohne Schwierigkeiten von ihrer Wohnung aus zum nächsten Bäcker, zum Arzt oder ins Einkaufszentrum kommen. Zusammen mit den Projektpartnern ProQuartier, Saga GWG und medicur lud der HVV-Verkehrsplaner Matthias Winkler am vergangenen Donnerstag zu einer „ersten Bestandsaufnahme“ in das Helma-Steinbach-Haus ein. „Das Wichtigste ist, dass die Wege gemacht werden. Das merke ich immer wieder, wenn ich mit meinem Rollator unterwegs bin“, stellte Gundula Simon fest. Die 79-Jährige war eine von rund 20 Teilnehmern, die Winkler ihre Vorschläge für mehr Barrierefreiheit im Viertel vorschlugen – und sich mitunter zu hitzigen Diskussionen hinreißen ließen.

„Rollstuhlfahrer mit Gebirgserfahrung“


So werde unter anderem die Bushaltestelle Washingtonallee regelmäßig von Falschparkern blockiert, in der von Schlaglöchern durchzogenen Stichstraße käme man als Rollstuhlfahrer ohne Gebirgserfahrung nicht vom Fleck, der Fahrstuhl am Billstedt Center sei schon seit Ewigkeiten defekt und wer aus dem Fahrstuhl an der U-Bahn-Haltestelle Horner Rennbahn aussteige, der laufe Gefahr, von einem rasenden Bus augenblicklich ins Jenseits befördert zu werden, monierten die Anwohner. „Tatsächlich ist die Umsetzung des Projektes insofern schwierig, weil die Zuständigkeiten teilweise nicht geklärt sind oder ganz fehlen. Außerdem sind das Personal knapp und die finanziellen Mittel dürftig“, so Winkler. Dennoch ist er optimistisch, dass die Barrierefreiheit im Quartier im Rahmen des Projektes langfristig verbessert werde. Vorstellbar sei dann, die Aktion auf andere Stadtteile auszuweiten. Auch die 81-jährige Christa Koberstein setzt auf den Erfolg des Projektes: „Wir hoffen sehr, dass sich wirklich etwas ändert.“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige