Horner Geest: Ideen für Hamburgs längsten Park gesucht

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Ein Grünzug von der Innenstadt bis zur Horner Geest soll entstehen Foto: Grell/Thiele
 
Günter Neuwirth, 64, Horn: Ich wohne im Umfeld des geplanten Parks, deswegen will ich auch aktiv mitarbeiten bei der Gestaltung. Ich möchte nämlich, dass der Geräuschpegel thematisiert wird, dass es Ruhebänke in der Nähe der Häuser gibt. In anderen Parks wird das schlecht umgesetzt, solche Fehler sollten unterbunden werden Foto: Grell/Thiele

Startschuss für Bürger-Beteiligungswettbewerb in Billstedt

Billstedt/Horn Mit der Horner Geest soll einmal quer durch Hamburgs Osten ein neun Kilometer langer Grünzug entstehen, bei dessen Planung die Bürger beteiligt sind. Umweltsenator Jens Kerstan eröffnete in der vergangenen Woche den Beteiligungsprozess für Hamburgs längsten Park, die neue Grünachse „Horner Geest“, die von der Innenstadt bis nach Öjendorf laufen soll. Die Menschen in den fünf angrenzenden Stadtteilen können ab sofort in einem Ideenwettbewerb über eine Million Euro entscheiden, die hier für Projekte zur Verfügung steht. „Die Landschaftsachse Horner Geest soll zu einem lebendigen Freiraum werden und von den Anwohnern mit gestaltet werden“, so Kerstan. Die Stadt und der Bund fördern das Projekt mit insgesamt fünf Millionen Euro, wobei die erste Million für die Planung und Umsetzung der Bürger-Beteiligung gedacht ist. Projektideen, von Spielgeräten, Sportplätzen, Ruhezonen bis zu Urban Gardening, können online eingereicht werden. Im Anschluss wird eine Jury entscheiden, welche der Ideen umgesetzt werden. Entlang der Alster, der Wandse und am Elbhang gibt es bereits grüne Achsen mit Parks, Wanderrouten und Radschnellwegen, jetzt kommt der Osten dran. Parallel zum neuen Stadtentwicklungsschwerpunkt in Hamburgs Osten, soll auch die Natur nicht zu kurz kommen und mit diesem durchgängigen Park eine attraktive Route für Radfahrer und Fußgänger durch verschiedene Viertel bieten. Um die Lebensqualität trotz zunehmender Verdichtung in den Quartieren zu erhalten, brauche die Stadt intelligente Planungen für Parks und Grünflächen, erklärt Jens Kerstan. Auf die Vorschläge aus der Bevölkerung ist er „sehr gespannt“. Julian Petrin von der Firma Urbanista, die mit Planung und Umsetzung der Bürgerbeteiligung beauftragt ist, geht noch einen Schritt weiter: „Hier werden Bürger nicht nur um ihre Meinung gebeten, sondern können ganz konkret mit entscheiden, was mit den Geldern in ihrem Stadtteil gebaut werden soll. Die ersten Einfälle hingen bereits an den Stellwänden zur ersten Beteiligungsaktion in Borgfelde am vergangenen Sonnabend. „Ein Schwimmbecken direkt neben dem Radweg wäre ein Traum“, so Aurelia, die gleich zur Auftaktveranstaltung mit ihrer Mutter dabei war. Andere Teilnehmer können sich grüne Oasen zum Ausruhen vorstellen oder einfach ein paar attraktive Spielgeräte, um mit der Familie Zeit im Grünen zu verbringen. Bis Ende 2019 sollen in den Stadtteilen St. Georg, Borgfelde, Hamm, Horn und Billstedt erste sichtbare Projekte umgesetzt werden mit durchgängigen Rad- und Fußwegen, Bäumen, Wiesen, Spielplätzen und Platz für Aktivitäten. Aus den eingereichten Ideen werden die 25 attraktivsten Vorschläge gewählt und gemeinsam mit Fachleuten in verschiedenen Werkstätten so weiterentwickelt, dass sie technisch, politisch und finanziell umsetzbar sind. Bis zum Jahresende soll dieser erste Schritt abgeschlossen sein und anschließend die Sieger-Projekte gekürt werden. Entweder entstehen fünf größere Ideen mit jeweils 200.000 Euro Gesamtsumme oder mehrere kleine. Eine Jury aus Bürgern und Experten wird die Entscheidungen fällen. (kg)

Weitere Infos: deinegeest.hamburg, Infoveranstaltung: 16. Juli, 12 bis 19 Uhr, Horner Freiheit
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