„Ich nehme mein Leben in die Hand“

Anzeige
36 Stipendiaten aus unterschiedlichen Hamburger Schulen starten jetzt erstmals das Programm der Mut-Academy Foto: Grell

MUT-Academy hilft abschlussgefährdeten Schülern aus Hamburger Brennpunktschulen

Karen Grell
Hamburg-Billstedt
Nicht jeder Schüler schafft es, nach zehn Jahren einen ordentlichen Schulabschluss in der Tasche zu haben. Immer wieder gibt es Jugendliche, die am Ende der Schule ohne einen Ausbildungsplatz dastehen. Die Mut-Academy will da weiterhelfen.

1000 Schüler ohne Abschluss

Laut aktueller Angaben verlassen bundesweit fast 47.000 Schüler jedes Jahr die Schule ganz ohne Abschluss, das sind allein in Hamburg im Durchschnitt tausend Schüler. Viele von ihnen kommen aus strukturschwachen Stadtteilen und ohne die Perspektive auf familiäre Unterstützung. Die MUT-Academy ist ein einjähriges Förderprogramm für Risiko-Schüler aus Hamburger Brennpunktschulen im 9. und 10. Schuljahr. Der Herausforderung, diesen Schülern zu helfen, wird sich ab sofort die „MUT-Academy“ mit Natalie Rappert und Philipp Arlt in der Leitung, annehmen. Die mit dem höchstdotierten Sozialunternehmerpreis Deutschlands „Act4Impact“ der SEAkademie ausgezeichnete Institution bietet dabei erstmals ein Stipendium für abschlussgefährdete Schüler an.

Mentoren, Seminare, Camps

Jeder Stipendiat wird dann ein Jahr lang begleitet und durch Lerncamps, Seminare und ein Mentoren-Team intensiv unterstützt, um doch noch einen Schulabschluss zu erreichen und in eine Ausbildung zu gehen. Sie erhalten eine einjährige Förderung, die aus drei einwöchigen Seminaren und Mentoring durch ausgewählte Vorbilder besteht. 36 Jugendliche unterschiedlicher Hamburger Schulen starten in diesem Herbst in das erste Programm, darunter auch Larissa (16), Alexandra (15) und René (17) von der Stadtteilschule Öjendorf. Den Mut-Song finden alle drei „absolut genial“: „Ich mach mehr aus meinem Leben, laufe weiter bis zum Ziel“. Larissa hat noch keine Idee hat, was sie einmal beruflich machen will, sich im Programm der Academy aber bestens aufgehoben fühlt. Alexandra (15) hat bereits ein Praktikum bei einem Frisör gemacht, ist aber immer noch auf der Suche nach einer Eingebung für die Zukunft. „Durch die MUT-Academy bekommen wir Unterstützung von Profis und neues Selbstbewusstsein“.

Praktikum als Einstieg

Einer der wenigen, die schon ein genaues Berufsziel vor Augen haben, ist René, der unbedingt im IT-Bereich tätig werden möchte. Doch wie in ein Unternehmen, wie beispielsweise Google, hineinkommen? Durch ein Langzeitpraktikum, das er nun mit Hilfe der Mentoren bald finden möchte, erhofft sich der 17-Jährige einen ersten Einstieg und die Chance, dann auch einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Ignaz Spies, Lehrer für Berufsorientierung an der Stadtteilschule Öjendorf, ist optimistisch: „Ich bin sicher, dass fast alle Jugendlichen nach diesem Programm ihr Ziel erreichen werden“.

Weitere Infos: Mut-Academy
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige