Kaffee-Riese auf Wachstumskurs: Neueinstellungen denkbar

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Darboven will weiter wachsen Foto: Frank Berno Timm

Familienunternehmen J.J. Darboven feiert seinen 150. Geburtstag. Neue Firmenzentrale steht in Billbrook

Von Frank Berno Timm
Billbrook
Das Familienunternehmen J.J. Darboven („Idee-Kaffee“) ist einer der Großen in der Kaffeebranche. Besitzer Albert Darboven und Geschäftsführer Frank Hilgenberg zogen anlässlich des 150. Jubiläums Bilanz. Es riecht nach Kaffee, wenn man über das Gelände geht. Und das Getränk, das Albert Darboven in seiner neuen Firmenzentrale im Gespräch mit Journalisten am Pinkertweg in Billbrook auch schon mal selbst anbietet, ist ausgezeichnet. Anders wären 150 Jahre Firmengeschichte, die am 21. März 1866 in einem kleinen Ladengeschäft begann, wohl auch nicht denkbar. Darboven, sein Gesicht ist aus der Fernsehwerbung bekannt, erzählt lebhaft. Schließlich ist seine Unternehmensgeschichte eng mit der eigenen Lebensgeschichte verwoben. Er geht bei einem Kollegen in die Lehre und wird danach Geschäftsführer in dessen Unternehmen in El Salvador – daraus wurde später der frühe Einstieg in den fairen Kaffeehandel und heute die Unterstützung von honduranischen Kaffeebauern. Geschäftsführer Frank Hilgenberg ergänzt, Firmengründer J.J. Darboven habe den Frauen die mühsame Arbeit des Kaffeeröstens abgenommen und schließlich die ersten Kaffeepackungen per Post verschickt – der Einstieg in den Versandhandel. „Immer wieder“, so Hilgenberg, habe es „glückliche Fügungen“ gegeben: die Erfindung des Dämpfungsverfahrens, um dem Kaffee seine Reiz- und Bitterstoffe zu nehmen (1927), Einstieg in den Gastronomievertrieb (1930), Lizenzvertrag mit Mövenpick (1980) und die Übernahme von Eilles (1987), mit der „sehr gute Teekompetenz“ ins Haus kam. Als kleiner Junge probiert Darboven, Dattelkerne zu rösten und als Kaffeeersatzstoff zu testen – es gelingt. Der Kaffeeunternehmer arbeitet mit einem italienischen Kollegen zusammen und holt sich „Espresso“-Kompetenz ins Haus. In den neunziger Jahren die Ausdehnung nach Osteuropa und als „vorläufiger“ Schlußstein die Übernahme von J. Hornig in Graz. Heute sind es 13 Tochtergesellschaften in neun Ländern – Kaffee, Kakao und Tee. Rund 1.100 Mitarbeiter machen 300 Mio. Euro Umsatz, vier Röstereien sind in Betrieb.

Neue Zentrale


Die neue Unternehmenszentrale wird in diesen Tagen in Betrieb genommen. Der Umzug ist nötig, auch die Zahl der Palettenplätze, berichtet Darboven, musste verdoppelt werden. Wie sieht es mit Systemgastronomie, also Kaffeeläden, aus? „Der größte Systemgastronom sind die Bäcker“, antwortet Frank Hilgenberg.
Es muss investiert werden – 30 Millionen im ganzen Unternehmen, davon entfallen „8 bis 9 Millionen“ auf Hamburg. Weitere Mitarbeiter, 100 schätzt der Unternehmer, seien denkbar. Vielfältiges Engagement kommt dazu: im Pferdesport, im Fußball, in Hamburg, für honduranische Bauern. Darüber hinaus wird Darboven auf seinem Gestüt im September wieder einen interreligiösen Gottesdienst veranstalten.
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