Keine Gespräche mit Al Nour?

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Kathrin Zühlsdorf (CDU) vor der Kapernaumkirche an der Sievekingsallee. Gerne hätte sie die Al-Nour-Gemeinde, den neuen Träger der Kirche, in den Regionalausschuss eingeladen. Foto: Röhe

Streit um Vorstoß der CDU

Von Matthias Röhe
Horn. Das islamische Zentrum Al-Nour, das die Kapernaumkirche an der Sievekingsallee zu einer Moschee umbauen möchte, sollte auf Antrag der CDU-Fraktion in den Regionalausschuss Horn, Hamm, Borgfelde, Rothenburgsort eingeladen werden. „Es wäre eine gute Gelegenheit für die islamische Gemeinde, sich vorzustellen und bekannt zu machen. Die Regionalausschusssitzung ist öffentlich und eine solche Einladung wäre ein Signal für einen offenen Umgang miteinander“, sagt Kathrin Zühlsdorf, Sprecherin der CDU-Fraktion im Regionalausschuss. Der Vorschlag wurde allerdings von den Fraktionen der SPD, Grünen, Linke, Piraten und FDP abgelehnt. „Die Ablehnung durch die Mehrheit im Regionalausschuss zeigt, dass eine Gesprächsbereitschaft mit dem Al-Nour-Verein nicht gewollt ist. Wir werden die Einladung erneut in der nächsten Bezirksversammlung fordern“, ergänzt Kathrin Zühlsdorf. Sie gehört zu den Anwohnern der Kapernaumkirche und findet einen Dialog im Voraus wichtig. „Der Regionalausschuss hat den Antrag der CDU nicht zu gelassen, da die Al-Nour-Gemeinde eine eigene Veranstaltung angekündigt hat und dieser somit obsolet wurde“, begründet Michael Osterburg, Grüner Fraktionsvorsitzender Hamburg-Mitte, die Ablehnung. „Die Gemeinde wird Informationsveranstaltungen anbieten – für uns Grüne zeigt dies den Willen zur Integration im Stadtteil und setzt ein vorbildliches Zeichen. Der Regionalausschuss war sich, bis auf die CDU, einig, dass dieser Aufruf der Al-Nour Gemeinde zum Dialog durch Bürgerabende zu unterstützen ist und keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen“, ergänzt Michael Osterburg.
Ähnlich argumentiert auch die FDP. „Die Moscheegemeinde steckt selbst schon in der Vorbereitung einer Informationsveranstaltung – es fehlt praktisch nur noch der Raum. Geplant ist sie Ende Februar oder Anfang März 2013“, sagt Bernd Ohde, Sprecher der FDP-Fraktion im Regionalausschuss und ergänzt: „Die nächste Sitzung im Regionalausschuss ist am 9. April. Praktisch wären die Bürger mindestens einen Monat später als jetzt ohnehin vorgesehen und nur im Rahmen einer erweiterten Fragestunde im Verlauf einer normalen Ausschusssitzung mit Informationen versorgt.“ Sandra Clemens, für die Linke im Regionalausschuss, hebt hervor: „Vor dem Hintergrund von Islamophobie aus Anlass von Moscheebauten in anderen Städten, wie beispielsweise in Köln, ist es wichtig, ein Klima des Willkommens zu schaffen – und nicht noch Ängste zu schüren. Die Al-Nour Gemeinde selbst hat dazu bislang den größten Beitrag geleistet, indem sie ihre Bereitschaft zum Dialog mit den Bürgern erklärt hat.“ (mr)
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