Kleine Könige ganz groß

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Kinder werden als „Heilige Drei Könige“ durch die Gemeinden ziehen. Bundeskanzlerin Merkel empfängt sie am 5. Januar Foto: Ralf Adloff, Kindermissionswerk

Die Sternsinger ziehen wieder durch die Gemeinden und sammeln Spenden für Kinderprojekte

Hamburg Etwa 3.000 Kinder ziehen in den ersten Januartagen als „Heilige Drei Könige“ verkleidet durch die 15 katholischen Gemeinden in Hamburg sowie in Mecklenburg und Schleswig-Holstein. Die Sternsingeraktion findet in diesem Jahr zum 58. Mal statt. Im Mittelpunkt steht nach Angaben des Erzbistums Hamburg die Forderung nach Respekt vor Kindern weltweit. Traditionell schreiben die Sternsinger den Segenswunsch „20+C+M+B+16“ (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne dieses Haus) mit Kreide an die Haustüren und bitten um eine Spende für die Kinder in den armen Ländern der Erde. Unterstützt werden mehr als 1600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in rund 100 Ländern. 2015 wurden 45,5 Millionen Euro gesammelt. Im Erzbistum Hamburg waren es 444.000 Euro. Träger der Aktion sind der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“.

Katholischer Brauch

Das Sternsingen geht auf die Erwähnung der Sterndeuter zurück. Im sechsten Jahrhundert wurden auf Grund der drei Weihegaben und des Bezuges auf Psalm 72 drei Personen vermutet. Aus den Sterndeutern wurden im achten Jahrhundert Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Diese Könige wurden teilweise auch als Heilige bezeichnet und verehrt. Ihre Reliquien befinden sich seit 1164 im Dreikönigenschrein im Kölner Dom. Im Norden verloren mit dem Beginn des Protestantismus die Klosterschulen ihr Einkommen, da die Regierungen klösterliches Land und Güter an sich nahmen. Die Klosterschüler nutzten in der Not die Gelegenheit, mittels Sternsingen Spenden zu sammeln. In Mitteleuropa ist das Sternsingen ein traditioneller katholischer Brauch. Aufzeichnungen des Klosters St. Peter in Salzburg belegen ein erstes Sternsingen im Jahr 1541.
„Das ist ein wunderbares, buntes Bild“, freute sich Bischof Heinz Josef Algermissen dieses Jahr beim Blick in den vollbesetzten Fuldaer Dom. Bei der bundesweiten Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen feierten mehr als 2000 Sternsinger gemeinsam mit dem Bischof Gottesdienst. In diesen Tagen werden in mehr als 10.000 Pfarrgemeinden überall in Deutschland rund 330.000 Sternsinger und rund 90.000 jugendliche und erwachsene Begleitende ihren Segen zu den Menschen bringen und Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt sammeln. Seit ihrem Start 1959 hat sie sich zur größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit entwickelt. Rund 948 Millionen Euro wurden seither gesammelt, rund 68.600 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. (wb)
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