Kommt der Opernfundus?

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Geht es nach der SPD im Bezirk Mitte, dann könnten auch die fantasievollen und aufwändigen Kostüme der Oper „La Cenerentola“ von Rossini im Neubau auf dem Huckepackbahnhof in Rothenburgsort untergebracht werdenFoto: Klaus Lefebvre
 
Die Opernwerkstätten am Schlicksweg. Demnächst sollen dort 675 Wohnungen gebaut werden Foto: Jenssen

SPD will Neubauprojekt nach Rothenburgsort holen

Von Martin Jenssen
Rothenbursort. Zunächst wollte niemand das „Anhängsel“ der Hamburger Staatsoper haben: Das „Anhängsel“ sind die Werkstätten, in denen die Bühnenbilder für die Opern- und Ballettaufführungen gebaut werden. Weil die Bühnenhandwerker ihr Domizil in Barmbek- Nord verlassen müssen, wurde händeringend ein Ausweichplatz gesucht.
In den neuen Werkstätten sollen gleichzeitig Lagerräume für Kostüme und Requisiten geschaffen werden. „Zwangsverordnet“ vom Senat sollten die neuen Werkstätten und das Hochregallager am Veringhof in Wilhelmsburg gebaut werden. Dagegen gab es heftigen Widerstand. Für die neuen Produktionsstätten der Oper hätten über 30 Wilhelmsburger Künstler und Gewerbetreibende die Zinnwerke räumen müssen. Die Wilhelmsburger stellten sich hinter die Künstler. Sie wollen ihre „Kreativen“ behalten .
Durch den Protest in Wilhelmsburg kam es, dass die Umsiedlung der Opernwerkstätten zu einem hamburgweiten Gesprächsthema wurde. Und plötzlich reißen sich die Bezirke um die Werkstätten. Nach Ansicht der SPD-Mitte wäre das Gelände des ehemaligen „Huckepackbahnhofs“ in Rothenburgsort der ideale Standort für die Opern-Handwerker. Das Gelände diente bis in die 90er Jahre dem Containerumschlag. Jetzt können dort 10,6 Hektar für die gewerbliche Nutzung bebaut werden. Die SPD-Bezirksfraktion stellte einen Antrag für den Bau der Opern-Halle.
„Rothenburgsort ist dafür bestens geeignet“, sagt Fraktionsgeschäftsführerin Henriette von Enckevort. „Das Gelände auf dem Huckepackbahnhof ist frei. Man kann dort sofort mit dem Bau beginnen.“ Die SPD-Mitte ist davon überzeugt, dass auch die Bewohner von Rothenburgsort die Mitarbeiter der Oper willkommen heißen werden.
Fraktionsgeschäftsführerin von Enckevort: „Es ist ein gutes Projekt, das kreative Handwerker nach Rothenburgsort bringt. Auch die Lage ist hervorragend. Schnell können die für die Oper benötigten Bauten und Requisiten hin und her transportiert werden.“
Der Opernbau (18 Meter hoch und so groß wie zwei Fußballfelder) würde etwa ein Drittel des freien Platzes auf dem Huckepackbahnhof einnehmen. Es gibt dort zusätzlichen Platz für weitere Gewerbeansiedlungen.

Eine andere Option wäre die Ansiedlung des Werkstätten- und Lagergebäudes auf der Veddel. Für diesen Standort macht sich der SPD-Bezirksabgeordnete Klaus Lübcke stark. Eine alte Chemiefabrik ist dort frei. Für Lübcke wäre es eine gute Nutzung für das historische Fabrikgebäude, das sowieso denkmalgerecht saniert werden soll.
Doch auch der Bezirk Wandsbek bemüht sich jetzt um die Werkstätten. Nach Ansicht der SPD-Wandsbek könnten sie an der „Jenfelder Au“ gebaut werden, dem ehemaligen Gelände der Lettow-Vorbeck-Kaserne. Neben 770 Wohneinheiten ist dort auch ein Bereich für Gewerbe vorgesehen. Auch die Bezirksverwaltung in Wandsbek möchte die Opernwerkstätten in Jenfeld sehen. Lena Voß, Sprecherin des Bezirksamtes: „Es wäre genau die Gewerbenutzung, die man sich an der Jenfelder Au vorstellt.“
Zurzeit sind die Opernwerkstätten am Schlicksweg, Ecke Dieselstraße untergebracht, auf einem Gelände, das früher zur Hamburgischen Schiffsbau Versuchsanstalt (HSVA) gehörte. Weil dort ein Neubaugebiet mit 675 Wohneinheiten geplant ist, muss die Oper ihre Werkstätten räumen. Rund 80 Handwerker (Tischler, Schlosser und Bühnenplastiker), die zur Zeit noch dort arbeiten, werden demnächst entweder in Rothenburgsort, in Jenfeld oder auf der Veddel ihren Arbeitsplatz finden. Wo genau, dass muss der Hamburger Senat entscheiden
Die Werkstätten und das Lager für die Ausstattungen der Oper wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Barmbek-Nord angesiedelt. Am 1. November 1975 wurde die Staatsoper dort von einem schweren Unglück betroffen. Das Lager brannte aus. 36 Opernproduktionen wurden zerstört. Es entstand ein Schaden von 12,5 Millionen Euro.
Inzwischen werden die fertigen Bühnen- und Ballettbühnenbilder für rund 100 Oper- und Ballettaufführungen in einer riesigen Halle in Wanzlitz (Brandenburg) gelagert. (je)
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1 Kommentar
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Philipp Anz aus Rothenburgsort | 09.07.2013 | 18:05  
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