Kultur Palast-Chefin im Interview

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Kultur Palast-Intendantin Dörte Inselmann Foto: privat

HipHop vermittelt wichtige Werte, sagt Dörte Inselmann, die sich seit Jahren für für das Stadtteilzentrum in Hamburg-Billstedt engagiert

Billstedt Kultur Palast-Intendantin Dörte Inselmann ist mit Überzeugungskraft und Idealismus gleichermaßen ausgestattet. Seit 36 Jahren kämpft sie für das Stadtteilkulturzentrum in Billstedt (das Wochenblatt berichtete). Mit dem Wochenblatt spricht Inselmann auch über die Bedeutung von HipHop

Wochenblatt: Der Kultur Palast ist jetzt mit dem Neubau wirklich ein Palast. Doch das war nicht immer so. Wie sahen die Anfänge des Stadtteilzentrums in Billstedt aus?
Dörte Inselmann: Vor 36 Jahren begann der Kultur Palast in einem 70 Quadratmeter großen Ladengeschäft, ohne Heizung, Strom und Förderung. Damals war der Name reinste Ironie, auch aufgrund der Größe des Stadtgebietes mit mehr als 100.000 Einwohnern.

WBV: Der Neubau bietet eine Bühne und ganz viel Raum für Musik und Tanz, die HipHop Academy ist das Aushängeschild des Kultur Palasts. Warum ist Musik, warum HipHop, so wichtig für ein Kulturzentrum in Billstedt?
Inselmann: Musik dient als universelle Sprache und verbindet Menschen
aller Nationen. Dies ist in Billstedt besonders bedeutsam, weil hier Menschen unterschiedlichster Kulturen leben und der Migrationsanteil stetig steigt. Daher erhalten Kunst- und Kulturformate Resonanz, die sowohl einen lokalen als auch internationalen Bezug haben. HipHop als größte weltweite Jugendkultur vermittelt wichtige Werte wie Toleranz, Respekt und Weltoffenheit und ist mit mehr als sieben Kunstsparten aufgestellt. Jeder kann sofort mitmachen, ohne Geld und in jedem Randgebiet.

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WBV: Worauf freuen Sie sich besonders in den neuen Räumen?
Inselmann: Wir freuen uns auf genügend Raum für alle Projekte und auf die große Bühne, die großartige Künstler nach Billstedt holen kann und ermöglicht, dass auch Musik und Tanztheaterproduktionen der HipHop Academy erstmal in Billstedt gespielt werden können. Mit den neuen Räumlichkeiten können wir professioneller arbeiten und Hamburg die künstlerischen Potenziale Billstedts präsentieren

WBV: „Kultur für alle“ war immer das Motto des Kultur Palasts – bleibt das so?
Inselmann: Ja, mehr denn je! Das Motto „Kultur für alle“ hat aber eine neue Ausrichtung bekommen. Wir leben in Billstedt schon lange eine internationale Stadtgesellschaft. Kultur für alle heißt heute, dass wir die Menschen aller Kulturen noch stärker erreichen und gemeinsame Werte, Toleranz und Respekt untereinander befördern.

WBV: Großes Haus, großes Budget – der Kultur Palast muss den Löwenanteil der Betriebskosten selbst erwirtschaften. Wie schaffen Sie das?
Inselmann: Eine gute Frage, auf die wir noch keine ausreichenden Antworten haben. Bisher hat unsere Stiftung mit ihrem Netzwerk aus Förderern schon mehr als 60 Prozent dieser Arbeit selbst finanziert, dies wollen wir natürlich ausbauen. Für die große Herausforderung, die Betriebs- und Programmkosten für die neu hinzugekommenen 2500 Quadratmeter zu decken, wollen wir auch die Stadt mit ins Boot holen.

Weitere Infos: Kultur Palast Billstedt

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