Leben von Kindern verbessern

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Mehr Lebensqualität für Kinder: Dafür setzen sich MUT-Mitarbeiter ein.Foto: stockbyte
 
Als delegierte Mitglieder der Kooperationspartner treffen sich Thomas Krusckau (v.l.), Jan Potrek und Lars Omland regelmäßig zum Austausch neuer Informationen. Foto: pi

Projekt MUT bietet Gewaltprävention und soziale Gruppenarbeit an

Holger Silhahn
Mümmelmannsberg. Armut und hohe Belastungen als Folge gesellschaftlicher Veränderungen führen nicht selten dazu, dass viele Eltern im Stadtteil ihren geforderten Erziehungsauftrag nicht adäquat erfüllen können. Eine Erfahrung die vor gut neun Jahren dazu führte, dass sich mehrere Träger aus dem Bereich der Jugendhilfe mit dem Jugendamt gemeinsam an einen Tisch setzten.
Erklärtes Ziel war es, die Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und Familien in Mümmelmannsberg durch konkrete Hilfsangebote erfolgreich zu unterstützen. Aus heutiger Sicht eine Idee, die zum Erfolg führte. Ein Stadtteilteam bildet das zentrale Gremium vom Netzwerk MUT (Miteinander, Unterstützung, Toleranz) in Mümmelmannsberg. Alle Kooperationspartner sind durch verbindlich benannte Delegierte darin vertreten. Sie treffen sich einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch oder um im Bedarfsfall Kinder und Familien zeitnah und zielorientiert zu unterstützen. Die Kooperationsgruppen von MUT setzt sich zusammen aus den drei „Schwerpunkten“: Gewaltprävention (SpielTiger e.V.), soziale Gruppenarbeit (Lass 1000 Steine rollen) und der Familienunterstützung. Zuständig für den Bereich der sozialen Arbeit in der Jugendetage im evangelischen Gemeindezentrum ist Lars Omland. „Bei uns treffen sich jeden Mittwoch Jugendliche (ab elf Jahren) zum Mittagessen“, sagt er. Bei dem Projekt MUT lernen lernen die Schüler unter fachkundiger Betreuung selbstständig zu arbeiten und sich auf bevorstehende Arbeiten vorzubereiten.
Ähnlich der Jugendetage bietet „Lass 1000 Steine rollen“ im „Mädchentreff“ das Mittagessenangebot und die Schularbeitengruppe.
„Darüber hinaus haben wir uns zwischen Havighorster Redder und dem „alten Einkaufzentrum“ in den ursprünglich geplanten U-Bahnhof Mümmelmannsberg etabliert. Hier trifft sich jeden Montag zwischen 17 und 19 Uhr die Hip-Hop-Gruppe.
Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche über das Schreiben improvisierter Texte erfahren, eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu verbessern, neue Wege in die Selbstfindung zu erlernen und eigene Probleme zu erkennen,“ erklärte Jan Potrek
„SpielTiger e.V.“ bietet Schulen den MUT- Kindern und Jugendlichen zwischen 6 bis 14 Jahren das Erlernen von Kampfkunstdisziplinen, wie Karate, Judo, Ju-Jutsu oder Kung Fu an. „Hier erfahren Kinder ihre Aggressionen in einem festgelegten Rahmen auszuleben, Respekt vor Anderen zu lernen, dabei Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln,“ erläuterte Thomas Krusckau, zuständig im Stadtteil Mümmelmannsberg für die Familienunterstützung. „Ich kümmere mich pro Woche durchschnittlich um sechs bis sieben Familien“, sagt er. Sein Ziel sei es, in ausführlichen Gesprächen Eltern von Angesicht zu Angesicht in die Lage zu versetzen, ihre Kinder verständnisvoll zu erziehen. Sie erhalten damit die notwendige Unterstützung, ihre Angelegenheiten selbstständig zu bewältigen. Nach den Gesprächen beginnt für die umfangreiche Netzwerkarbeit. Das heißt im Klartext, intensive Kontakte zu Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen müssen seitens des Familienlotsen gepflegt werden. Dazu zählt auch der vollständige Überblick über das soziale Verhalten und die schulischen Leistungen der betreuten Kinder. Mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr ist er im Rahmen der offenen Familienberatung (Tel.: 89708509) bei MUT am Havighorster Redder 46b erreichbar. Besucher entscheiden für sich, wie viel er aus ihrer Situation offen legen soll und ob eine offene Beratung oder kontinuierliche Begleitung erwünscht ist. (rsi)
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