Neu: die „Kiezläufer“ in Hamburg

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Dogan Kilickaya, Piet Kranich und Wolfgang Bühse (v.l.n.r.) begleiten das Projekt „Kiezläufer“ in Horn Foto: Glitz

Jugend-Projekt startet auf der Horner Geest

Von Rainer Glitz
Hamburg. Mit „Kiez“ ist in Hamburg das Rotlichtviertel auf St. Pauli gemeint. In Berlin versteht man darunter ein überschaubares Wohngebiet oder einen Stadtteil. Und aus der Hauptstadt stammt die Idee der „Kiezläufer“. Junge Erwachsene, die selbst im Stadtteil, ihrem Kiez, aufgewachsen sind, zeigen Zivilcourage und Nachbarschaftshilfe für junge Menschen. Sie suchen deren Treffpunkte auf, vermitteln bei Streitigkeiten und bieten sich als Ansprechpartner in Sachen Freizeit- und Beratungsmöglichkeiten an. In Hamburg wurde das Projekt ab 2009 erfolgreich auf der Veddel ausprobiert. Jetzt bekommt die Horner Geest insgesamt neun Kiezläufer.
Gut vorbereitet
„Wir bekamen vor einiger Zeit die Rückmeldung, dass sich auf vielen Spiel- und Sportplätzen Jugendliche trafen, um Alkohol und Drogen zu konsumieren“, erklärt Piet Kranich von der Straso Horn. Viele Bewohner fühlten sich bedroht und machten sich Sorgen um ihre Kinder. „Wir haben festgestellt, dass wir eine bestimmte Altersgruppe einfach nicht erreichen, Jugendliche und junge Erwachsene, die perspektivlos in den Tag leben“, ergänzt Wolfgang Bühse vom Fachamt Sozialraummanagement des Bezirkes Mitte, lange Jahre  Straßensozialarbeiter in Horn. Diese 15- bis 27-Jährigen sind meist sozial benachteiligt, haben einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss. „Die Kiezläufer sollen für diese Gruppe das Bindeglied sein zu den bestehenden sozialen Einrichtungen im Stadtteil“, so Bühse. Neun junge Erwachsene im Alter zwischen 22 und 29 Jahren wurden sorgsam ausgewählt und ausgebildet, darunter auch zwei Frauen. Sie lernten, Konflikte zu lösen und zu deeskalieren, aber auch die rechtlichen Grundlagen und welche Einrichtungen es in Horn für die Angesprochenen gibt.

Gute Kontakte

„Wir kennen die Kiezläufer alle persönlich, sie stehen mit beiden Beinen fest auf dem Boden und haben gute Kontakte“, sagt Dogan Kilickaya vom Jugendzentrum Horner Geest. Er begleitet die Arbeit der Kiezläufer zusammen mit Wolfgang Bühse und Piet Kranich. Es sei eine wirklich gute Truppe, sagen die drei und sind vom Erfolg des Projektes überzeugt. Zwei bis drei Abende pro Woche, auch am Wochenende, sollen die  Kiezläufer ihre Rundgänge im Stadtteil machen und die Jungerwachsenen ansprechen. Es gibt zwei Teams für die Bereiche Kroogblöcke/Audorfring und Dannerallee/Spliedtring. „Die Kiezläufer sind auch für Anwohner ansprechbar, wenn es Beschwerden oder Ängste gibt“, ergänzt Sozialpädagoge Piet Kranich. Sie haben dafür Handys mit festen Nummern dabei.

Kontakt: Tel.: 0176-250 775 60 und  0176-250 209 15
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