Neuer Bezirksamtsleiter

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GAL-Fraktionsvorsitzende, Michael Osterburg, überreichte Grote als Geschenk seiner Fraktion einen Drahtesel. Foto: ch

Andi Grote gewinnt mit 33 Stimmen Mehrheit

Hamburg-Mitte. „Auf den Kandidaten Andy Grote entfielen 33 Stimmen“, verkündete Dirk Sielmann, der Vorsitzende der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Frenetischer Jubel in der SPD-Fraktion. Der Vorsitzende Falko Droßmann stürmte auf den designierten neuen Bezirksamtsleiter Andy Grote zu, der in der ersten Reihe des Besucherbereichs saß, und fiel ihm um den Hals. Nachdem SPD und FDP in der Woche zuvor einen Koalitionsvertrag unterschrieben hatten, war die Wahl des SPD-Kandidaten Andy Grote nur noch Formsache.
Die neue SPD-FDP-Koalition in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte verfügt über eine Mehrheit (von zwei Sitzen), die der SPD allein bislang fehlte. Nicht nur die SPD, auch die Freien Demokraten haben allen Grund zum Jubeln, denn sie sind zum ersten Mal seit 1974 wieder an einer Bezirksregierung in Mitte beteiligt. Im Kurt-Schumacher-Haus, der Hamburger SPD-Zentrale an der Kurt-Schumacher-Allee, wurde der Koalitionsvertrag kürzlich medienwirksam unterschrieben.
„Die Kinder in Hamburg Mitte schützen“ - das ist nach dem Skandal um den Tod der kleinen Chantal, über den Bezirksamtsleiter Markus Schreiber stolperte, das oberste Ziel der neuen Koalitionäre. Die Arbeitsbedingungen im Jugendamt sollen „detailliert“ überprüft werden. Zweitens wollen sich SPD und FDP für mehr Wohnungen und eine „sozialverträgliche Stadtentwicklung“ einsetzen. Die Bereiche Integration, Gesundheit, Umwelt, Verkehr, Kultur, Sport und regionale Wirtschaftsförderung stehen dabei im Vordergrund. Auf den letzten Punkt legte die FDP gesteigerten Wert, die sich besonders für die Wochenmärkte und einen Mix aus Miet- und Grundeigentum einsetzen möchte. Die Soziale Erhaltungsordnung möchten die Freien Demokraten dagegen „nicht inflatiös“ ausgeweitet wissen, wie die FDP-Fraktionsvorsitzende Angelika Westfehling betonte.
In Billstedt soll der Wohnungsbau durch „vorsichtige Nachverdichtung“ in einem Mix aus frei finanzierten Mietwohnungen und „Eigentumslösungen“ vorangetrieben werdenDas Billstedter Zentrum wollen SPD und FDP zum Stadtteilzentrum ausbauen. Das Ensemble Billstedter Hauptstraße/Ecke Schiffbeker Weg soll erhalten bleiben. Den Geesthang wollen die Koalitionäre aufwerten. Außerdem sind eine bessere Verkehrsanbindung des Öjendorfer Parks, eine Weiterentwicklung des EKZ´s Mümmelmannsberg und insgesamt eine Imageaufwertung von Billstedt vorgesehen.
Familiengerechtes Wohnen soll auch in Hamm und Borgfelde gefördert werden. Kleingärten wollen die Koalitionäre aber deshalb nicht aufgeben. Die Pflege des Hammer Parks können sich SPD und FDP durch Grün-Patenschaften vorstellen. Eine öffentliche Toilette sollte in dem Park eingerichtet werden. Die neue Bezirksregierung will außerdem kulturelle Einrichtungen unterstützen. (ch)
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