Neuer Pastor in der St.-Martin-Gemeinde in Hamburg-Horn

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Die Martinskirche in Horn Foto: fbt

Holger Beermann: „Das Bunte hat mich auch gereizt“

Von Frank Berno Timm
Horn
Holger Beermann ist am vergangenen Sonnabend als Pastor in der St.-Martin-Gemeinde eingeführt worden. Der Theologe soll ein Konzept für die „pastorale Mitversorgung“ von St. Timotheus entwickeln. Das Hamburger Wochenblatt hat ihn kurz vor seiner Einführung besucht. Die Begrüßung ist herzlich. Pastor Holger Beermann bittet in ein kleines Besprechungszimmer, das gerade eingerichtet wurde. Hier steht kein Telefon, kein Computer, nichts soll vom Kern ablenken. Beermann weiß, Vertrauen zu schaffen, fragt nach der Lebensgeschichte seines Gegenübers, kann zuhören. Warum sind Sie Pastor geworden? „Um Menschen von Gott zu erzählen“, antwortet Beermann und fügt hinzu: „in Wort und Tat“. Hier in Horn berühre sich das auch, sagt er. Zuvor war Beermann, der mit einer Theologin verheiratet ist und mit ihr zwei kleine Kinder hat, acht Jahre auf der Halbinsel Eiderstedt: „Es war Zeit für etwas Neues.“
Die Arbeit hier sei die Kombination aus „klassischer“ Gemeindearbeit in St. Martin und sozialdiakonischer Prägung in St. Timotheus – die eine habe fast dörflichen Charakter, während die andere sehr offen sei. Beermann spricht von „Kirche für alle“ und antwortet damit auf die Frage, ob seine Gemeinde eine „klassische Volkskirche“ (der jeder angehört) oder eine in der Diaspora (was bedeutet, dass Christen in einer andersgläubigen Umwelt leben) sei. Zu den Aufgaben des neuen Pastors von St. Martin gehöre, ein Konzept für mehr Miteinander mit St. Timotheus zu entwickeln. Und dennoch: Hier leben auch Menschen anderer Religionen. „Das war das Reizvolle“, so Beermann. Und erwähnt, dass „Timo“ Gastgeber für Baptisten und Methodisten sei, die in der dortigen Kirche ebenfalls Gottesdienst feiern. Ihn habe das Bunte gereizt und es passt, dass Horn zwei Preise gewonnen habe für die „Dialoge auf der Baustelle“ in der früheren Kapernaum-Kirche, die gerade zur Moschee umgestaltet wird.

Gemeindearbeit


Aber ein Konzept zum Miteinander mit Timotheus wird Sie nicht auslasten? Beermann lächelt, antwortet, klassische Gemeindearbeit gehöre natürlich auch zu seinen Aufgaben, gern würde er wieder eine Band haben, das Stichwort Jugendarbeit fällt ebenfalls. In St. Martin gibt es rund 4.000, in Timotheus 1.300 Gemeindeglieder, gemeinsam mit Pastorin Susanne Juhl, dem Kirchenmusiker, zwei Diakoninnen, weiteren Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen wird genug zu tun sein. Seinen beiden Kindern (drei und ein Jahr alt) gefalle der Spielplatz direkt vor dem Haus, sie lebten Wortspiele wie „Martinshorn“. Seine Frau Birte Beermann ist als „Pastorin im Ehrenamt“ ordiniert, aber in der Arbeitsagentur tätig.
Ein Blick ins Büro – dort hängt der neue, Hamburgische Talar am Haken, das „Wagenrad“, die besondere Halskrause hiesiger Pastoren, wird Beermann ebenfalls tragen.
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