Nicht mit uns!

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Sind verärgert: Zahlreiche Bewohner der Straße Masurenweg werden bei dern Kosten für die Reparaturarbeiten zur Kasse gebeten. Sie wollen aber gar nicht, dass sich etwas ändert. „Mit dem Zustand leben wir seit Jahren“, sagt Erika Foerter-Roemhild. Foto: mn

Senat fordert, Anwohner sollen sich an Kosten für Straßensanierung beteiligen

Von Mike Neschki
Billstedt. Früher hießen sie „Blaue Briefe“. Heute sind die Couverts eher grau, der Inhalt dafür elementarer. Es geht um Geld, viel Geld. Geld, dass der Senat braucht, um Straßen von Schäden wie Schlaglöchern zu befreien. Doch dieses Geld hat der Senat nicht, deshalb sind die Anlieger bestimmter Straßen aufgefordert, sich finanziell daran zu beteiligen.
Darüber sind viele Bürger empört. Wie zum Beispiel Familie Foerter-Roemhild aus dem Masurenweg, die eigentlich alles so belassen, wie es ist. „Natürlich gibt es das eine oder andere Schlagloch hier in der Straße,“ so Erika Foerter-Roemhild, „und wir wissen auch, dass zu einer fertigen Straße zwei Bürgersteige gehören, doch mit diesem Zustand leben wir nun schon seit sehr vielen Jahren.“
Nach dem Baugesetzbuch aber darf ein Grundstück unter anderem nur dann bebaut werden, wenn es über eine Straße, einen Weg oder über einen Platz, also über eine Erschließungsanlage verkehrlich er-reichbar ist.
Dieser Fall ist im Masurenweg und in vielen anderen Straßen in Hamburg-Mitte nicht gegeben, so jedenfalls der Tenor der Behörde, denn sie hat keine zwei Bürgersteige und ist somit noch nicht endgültig hergestellt.
Die Kosten für die Fertigstellungen der Straßen sollen bei geschätzten 10.000 Euro liegen. Ob pro Haus oder Haushalt ist wohl noch nicht engültig geklärt. Diese Zahl jeden-falls stets im Raum, wenn die Straße von Grund auf saniert werden müsste.Insgesamt sollen die An-lieger 90 Prozent der Kosten tra-gen sollen. Mindestens, denn es könntze noch schlimmer kommen. Durch den neuen Bürgersteig, der, wie die asphaltierte Straße selbst auch, eine gewisse Breite nicht unterschreiten darf, könnte ein Platzmangel auftreten, der dann von den Grundstücken der Anlie-ger abgetreten werden muss. Das kann durchaus den einen oder enderen Meter in Anspruch neh-men. Also käme zu den Kosten der Umbaumaßnahmen noch der Ver-lust von diversen Quadratmetern hinzu. Die Empörung ist verständlich und dass die Anlieger dafür gerade stehen müssen ist mindestens fragwürdig, aber gut ausgebaute Bürgersteige haben durchaus den Vorteil, dass sich Schwer- bis Schwerstbehinderte im Rollstuhl oder am Rollator nicht mehr auf Straßen bewegen müssen. Leider wird das nicht immer bedacht.
Vor allem nicht von gesunden Menschen. Von daher sind die Umbaumaßnahmen nicht völlig sinnlos. Insgesamt sollen in Hamburg über 1000 Straßen betroffen sein, die in den nächsten 20 Jahren umgebaut werden müssen. Nicht luxuriös, wie allgemein betont wird, sondern sinnvoll. Von daher plädiert zum Beispiel Till Steffen von der GAL, jede Straße einzenln zu betrachten.
Es könnte dadurch auch der Fall eintreten, dass gar nichts umgebaut werden muss. Die regierende SPD will laut Hamburger Abendblatt ein transparentes und bürgerfreundliches Verfahren garantieren. „Wenn die Bürger etwas bezahlen sollen, müssen sie auch mitreden dürfen, was in ihrer Straße passiert“, kün-digte Verkehrsexpertin Martina Koeppen an. (mn)
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