Nicht ohne unsere Frauen

Anzeige
Frauenpower: Der Tatendrang der weiblichen Mitglieder der Sultan Ahmed Moschee stärkt den Zusammenhalt in der Gemeinde. Foto: pi

Weibliches Engagement in der Sultan Ahmed Moschee

Billstedt. Engagiert, fleißig und unentbehrlich: Frauen sind in der Sultan Ahmed Moschee in der Setzergasse ein wichtiger, unverzichtbarer Teil der Gemeinde. Als erste Hamburger Moschee setzte diese einen Frauenvorstand ein. Sechs aktive, weibliche Mitglieder sind neben Berufsleben und Familie ehrenamtlich in diesem tätig und tauschen sich regelmäßig mit dem Männervorstand über Projekte aus, die anschließend gemeinsam geplant werden. Selbst in den Zeiten vor der Existenz des Frauenvorstands, der alle zwei Jahre neu gewählt wird, leisteten diese bereits einen wesentlichen Beitrag zum Gemeindeleben und unterstützten ihre Männer bei der Umsetzung und Gestaltung von Aktivitäten. „Ohne die Frauen geht es nicht“, so Seyma Asik, Gemeindemitglied. Die Frauengruppen engagieren sich ehrenamtlich in der Gemeinde. Durch ihre tatkräftige Hilfe bei Veranstaltungen können große Hürden erfolgreich gemeistert werden. Jeden zweiten Mittwoch findet in der Moschee ein Frühstück statt, bei dem sie wie auch auf Gemeindefesten für die Verpflegung sorgen. Beim gemeinsamen Zusammensein wird sich ausgetauscht und neue Kursangebote können vorgestellt werden. Neben Deutschkursen, die aktuell von der Partnerinstitution an der Hammer Kirche angeboten werden, kommen ehrenamtliche Helfer aus sozialen Einrichtungen und der Freiwilligenbörse in die Gemeinde und bieten verschiedene kostenlose Angebote an. Zuletzt nahmen viele Frauen an einem Altenpflegekurs teil, der ihnen Tipps für die Pflege älterer Familienmitglieder vermittelte. Ein Mal- sowie ein Computerkurs sind in Planung. Junge Frauen können sich sonntags der Mädchengruppe anschließen, in der über den Islam und aktuelle Themen gesprochen wird. Ihnen soll durch das Unterrichtsangebot eine Basis für den Glauben geschaffen werden.
Viele Kinder und Jugendliche haben keinen Zugang zu ihren Wurzeln. Durch diese Kurse, zum Beispiel das Koranlesen, sollen sie ihre Religion kennen lernen und der Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde gestärkt werden. Zudem haben sie die Möglichkeit zu lernen, Probleme offen anzusprechen und sich von außen Hilfe zu holen, wenn sie sich in der Schule oder Familie nicht trauen. Eine türkische Theologin predigt für die weiblichen Mitglieder und informiert sie über den Islam.
In der Sultan Ahmed Moschee findet sich inzwischen eine bunte, interkulturelle Vielfalt aus Mitgliedern, Freunden und Interessenten. Als offene Gemeinde gelingt es ihr, Berührungsängste zwischen den Nationen abzubauen und einen Dialog aufzubauen. Mitglieder bringen ihre Freunde und Arbeitskollegen mit, Schulklassen erhalten Moscheeführungen, zahlreiche Gäste tummeln sich jährlich auf dem beliebten, dreitägigen Kermesfest, das an Pfingsten stattfindet. Auch hier darf wieder mit vollem Einsatz der Frauen gerechnet werden. Jeder leistet seinen individuellen Beitrag zur Veranstaltung, die Mädchengruppe entwirft Dekoration, die sie an ihrem eigenen Stand stolz verkauft. Trotz sprachlicher und kultureller Hemmschwellen sieht die Gemeinde ihre Aufgabe darin, sich nach außen zu öffnen und Vertrauen innerhalb sowie außerhalb ihrer Türen aufzubauen. Dies scheint nicht nur den Frauen mehr als gelungen. (mk)

Sultan Ahmed Moschee, Setzergasse 2a,
Tel.: 713 40 85, E-Mail:
info@sultanahmetmoschee.com
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige