Planung auf der Kippe

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Dieser Plan für die Haferblöcken stammt vom Bezirksamt Hamburg-Mitte Visualisierung: wb
 
Für den nördlichen Teil sehe das Auswahlgremium den Entwurf der Architekten Spengler und Wiescholek (unten) vorn Visualisierungen: wb

Quartier Haßloredder wird noch mal „gerechnet“. Haferblöcken läuft

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Für die Bebauung „östlich Haferblöcken“ sind zwei Entwürfe ausgewählt worden. Das teilte der Bezirk Mitte mit. Damit sei das Werkstattverfahren beendet. Das Quartier Haßloredder soll noch einmal gerechnet werden. Die Bürgerinitiative Öjendorf (BI) betonte, dass sie weiter für eine Reduzierung der ursprünglichen Belegungspläne mit Flüchtlingen eintritt. Wie der Information des Bezirks Mitte zu entnehmen ist, hat sich das Auswahlgremium beim südlichen Teil des Planungsgebiets einstimmig für den Entwurf der Planer und Fachingenieure ausgesprochen, die aus dem Bezirksamt Mitte kommen. Für den nördlichen Teil sehe das Auswahlgremium den Entwurf der Architekten Spengler und Wiescholek vorn. Nun würden beide Entwürfe zu einem Gesamtplan zusammengefügt und weiter ausgearbeitet. Am 3. März findet eine gemeinsame Sitzung des Wohn- und Stadtentwicklungsausschusses der Bezirksversammlung und des Beirates Billstedt-Horn statt. Dort will der Bezirk über das weitere Verfahren informieren und diskutieren.

„Flüchtlinge verteilen“


Nach Auffassung des Bezirksamts Mitte sind in die Entwürfe durchaus Anregungen und Wünsche der Anwohner einbezogen worden. Den Bürgern sei wichtig gewesen, „dass die Grünbeziehungen zum Öjendorfer Park nicht zerstört werden“. Außerdem solle das neue Quartier nicht zu dicht bebaut, unterschiedliche Wohnformen realisiert und das Zusammenwachsen mit dem bestehenden Viertel ermöglicht werden. Außerdem sei gefordert worden, Flüchtlinge zu verteilen und nicht im Norden des Viertels zu konzentrieren, „damit Integration gelingen kann“. Dieses Anliegen unterstützten auch die beteiligten Investoren SAGA, Hansa Baugenossenschaft und die BG Freier Gewerkschafter.
In Sachen Haßloredder, dem zweiten zur Bebauung vorgesehenen Gelände auf der anderen Seite des Öjendorfer Sees, führt die Kritik, dass sich eine Bebauung mit Wohnen und Infrastruktur finanziell nicht rechne, zu dem Entschluss, den Baudezernent Bodo Hafke so zusammenfasst: „Wir kennen die schwierigen Rahmenbedingungen für dieses Wohnquartier. Wir werden daher eine ehrliche Rechnung anstellen und dann entscheiden, ob die Planungen für dieses Gebiet weiter betrieben werden.“ Sollte die Entscheidung negativ ausfallen, müsse der Bezirk notwendigen Wohnungsbau für Flüchtlinge an anderer Stelle entwickeln.

Demo am Donnerstag


Michael Uhlig von der BI erklärte, wenn die Stadt die Vorschläge, die man zum Runden Tisch der Fraktionen und in den Workshops vorgebracht habe, umsetze, werde man ihr „bei ihren Aufgaben tatkräftig zur Seite stehen“. Nach Uhligs Worten sind allerdings bis zum 3. März keine Einzelheiten über die Pläne zu erfahren, auch die Bürgervertreter hätten sich mit der Stadt bis zum Abschluss des darauf verständigt, so Uhlig. Und er fügte hinzu, wenn die Stadt die Anwohner in Größe und Belegung überfordern werde, wolle man dies nicht akzeptieren und die BI Mittendrin so gut es geht bei deren Anliegen, die Bebauung komplett zu verhindern, unterstützen. „Uns interessiert nicht, wer sich die Siegerkrone überstülpt, uns interessiert einzig und allein ein akzeptables und sozial verträgliches Ergebnis“, so Uhlig. Man wolle in Maßen, aber nicht in Massen helfen. Hintergrund der Diskussionen in Öjendorf ist ein Beschluss des Senats, der die Bezirke dazu verpflichtet, vergleichsweise kurzfristig 5.400 Wohnungen für Flüchtlinge zu bauen – 800 je Bezirk (das Wochenblatt berichtete). Auch in anderen Stadtteilen Hamburgs gibt es gegen solche Pläne erhebliche Widerstände, etwa in der Hummelsbüttler Feldmark. Für Donnerstag hat der Dachverband der Initiativen für erfolgreiche Integration Hamburg eine Demonstration aufgerufen, die um 15.45 Uhr am Gänsemarkt beginnen und zum CCH führen soll – dort trifft sich der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft, um über die verschiedenen Projekte zu sprechen.
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