Plattform gibt „ImPuls“

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Schwester Maria-Elisabeth Küpper und Dirk Herrtwich, Mitglieder desSteuergremiums der Bürgerplattform

„Wer, wenn nicht wir!“ setzt Projekte für Hamm-Horn um

Von Martin Jenssen
Hamm/Horn. In Hamburg ist sie einmalig. Es gibt sie nur für Hamm und Horn: die Bürgerplattform „ImPuls“. Das ist eine Vereinigung von Gruppen und Organisationen aus beiden Stadtteilen. Mehrere tausend Bürger stehen hinter diesem Netzwerk. Unter dem Motto „Wer, wenn nicht wir!“ gibt die Bürgerplattform Anstöße zu Veränderungen, die letztendlich zu einem angenehmeren Zusammenleben in Hamm und Horn führen sollen.
Das Netzwerk, das am 18. November sein Quartalstreffen veranstaltet, besteht seit sechs Jahren. Anlass der Gründung am 6. November 2007 war ein Projekt des Deutschen Instituts für Community Organizing (DICO). Es sollten quasi vergessene Stadtteile deutscher Großstädte gefördert werden. Die Idee: Bürger sollen sich gegenseitig helfen durch eine zivilgesellschaftliche Basisarbeit vor Ort, überparteilich, unabhängig und ideologiefrei.
„Allerdings mit viel Herzblut“, ergänzt Schwester Maria-Elisabeth Küpper. Sie vertritt die Katholische Kirchengemeinde Herz Jesu bei „ImPuls“ und erklärt: „Die Bürgerplattform arbeitet nicht für sondern mit den Bürgern. Dafür werden Projekte ausgesucht, bei denen absehbar ist, dass sie erfolgreich umgesetzt werden können.“

Hausaufgabenhilfe und sichere Wege

In Hamm und Horn gehörte dazu zum Beispiel eine umfangreiche Hausaufgabenhilfe für Schüler. Eingebunden in diese Arbeit wurden die Eltern der Kinder. „Dem Engagement von ImPuls ist es auch zu verdanken, dass der Weg von der U-Bahn Hammer Kirche zum Hammer Markt sicher geworden ist. Für ältere und behinderte Menschen sowie für Frauen mit Kinderwagen wurde eine barrierefreie Rampe gebaut, die kaputten Wege und die marode Treppe wurden saniert“, berichtet Dirk Herrtwich, der die alsterdorf assistenz ost GmbH bei „ImPuls“ vertritt. Herrtwich und Schwester Maria-Elisabeth Küpper sind Mitglieder des Steuergremiums der Bürgerplattform. „Wir sind bunt aufgestellt“, freut sich Schwester Maria-Elisabeth Küpper über den Zusammenschluss der verschiedenen Gruppen. Dazu gehören unter anderem der Verkehrsclub Deutschland Nord, die muslimische Frauengruppe Hamm-Horn sowie eine Pfadfindergruppe. Durch diese Vielfalt hat „ImPuls“ großen Einfluss in verschiedenste Gesellschaftsgruppen.
„ImPuls“ ist auch eine Macht. Die Dealer in Horn bekamen es zu spüren. „Bei einer unserer Versammlungen rückt das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt. Teilnehmer berichteten, dass sie Angst hätten, abends auf die Straße zu gehen. Vor allem in Horn hatte sich die Drogenkriminalität in die Wohngebiete verlagert“, berichten die Mitglieder des Steuergremiums. „Die Dealer verkauften ihre Ware sogar an Kinder.“ Doch dann gab es den entscheidenden Impuls.
Durch eine große Beteiligung der Bürger in Zusammenarbeit mit der Polizei gelang es, den Dealern das Geschäft zu verderben. Die Drogenhändler wurden ständig beobachtet und die Polizei rückte so oft zu punktgenauen Einsätzen an, bis sich die Händler von Hasch und Heroin aus dem Wohngebiet verzogen.
In Zukunft möchte sich „ImPuls“ mehr in die geplanten Bauprojekte für Hamm und Horn einmischen. Die Wünsche der Bürger sollen mehr berücksichtigt werden, damit Pannen, wie in der Legienstraße, wo Wohnblöcke zu dicht aneinander gebaut werden, möglichst nicht mehr passieren.
Bei Vergabe der Wohnungen soll vermieden werden, dass es zu Ballungszentren einzelner Völkergruppen kommt. Auch in den Wohngebieten von Hamm und Horn soll es bunte Mischungen geben mit Bürgern, die sich verstehen, auch wenn sie unterschied-liche kulturelle Hintergründe haben. (je)

Zu ihrem Quartalstreffen lädt die Bürgerplattform „ImPuls“ am kommenden Montag, 18. November, ein. Das Treffen findet im Gemeindesaal der Katholischen Kirchengemeinde St. Olaf, Speckenreye 41, statt. Beginn 18.30 Uhr. Alle interessierten Bürger aus Hamm und Horn sind willkommen
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