Reclamstraße: Parkgebühren sollen sinken

Anzeige
Gerald Schümanns Betrieb verkauft seit über 50 Jahren Blumen in Billstedt. Er findet, der Markt sei auch über Billstedt hinaus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Foto: fbt
 
Sabine Sümenich fände eine Parkkarte für die Beschäftigten sinnvoll. Die Fischhändlerin ist bereit, dafür zu bezahlen Foto: fbt
Hamburg: Reclamstraße |

Billstedter Marktbeschicker atmen auf. Teure Tickets hatten Kunden verprellt

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Deutliche Erleichterung war bei Billstedter Marktbeschickern zu spüren, als sie von dem Beschluss des Regionalausschusses erfuhren, der Preissenkungen und Anwohnerparkkarten für Beschäftigte im Billstedter Zentrum auf dem Parkplatz Reclamstraße vorsieht (das Wochenblatt berichtete). Gleichzeitig sollen die Regeln für das Parken im Billstedter Zentrum nach Vorstellungen des Regionalauschusses vereinheitlicht werden. Die Entscheidungen müssen von der Bezirksversammlung noch bestätigt werden. „Es wäre schön, wenn ich eine Karte bekommen würde“: Fischhändlerin Sabine Sümenich (54) ist von der Idee, Beschäftigte aus dem Billstedter Zentrum mit einer Anwohnerparkkarte auszustatten, angetan. In einer Versammlung der Marktleute habe man über Konzepte gesprochen, sagt sie. Das Parken müsse günstiger werden: „Ein Euro die Stunde wäre gut, es müsste auch ein Tagesticket geben.“ Ausdrücklich betont die Händlerin, sie sei bereit, auch für das Parken zu zahlen, aber „nicht 20 bis 26 Euro am Tag“ – acht Euro wären in Ordnung.

1,20 Euro pro Stunde

Blumenhändler und Gärtner Gerald Schümann (55) ist einer der Markt-Obleute. Freitags kämen 70 bis 80 Händler nach Billstedt, dienstags seien es etwas weniger. Auch Schümann freut sich über den Beschluss aus dem Regionalausschuss: „Das klingt doch sehr gut“, sagt er. Die jetzt verlangten Gebühren seien „Wucher“ – und betont, dass der Billstedter Markt wichtig sei und die erwirtschafteten Gebühren andere Wochenmärkte mitfinanzierten. Das Angebot sei ja durch die Nachfrage bestimmt, meint er und spielt auf die Kritik an den vielen Textilhändlern an.
Was hat der Regionalausschuss eigentlich genau beschlossen? Die Abgeordneten, hörbar irritiert von dem Umstand, dass sie von der Bewirtschaftung der Reclamstraße nicht vorab informiert wurden, haben ein Gesamtpaket geschnürt. Es sieht vor, dass die Gebühren auf dem Reclamstraßen-Parkplatz auf 1,20 Euro pro Stunde (Zone III) gesenkt werden. Beschäftigte der benachbarten Firmen sollen eine Anwohnerparkkarte erhalten.

Nach 20 Uhr kostenfrei


Ein zweiter Beschluss betrifft die Billstedter Hauptstraße: Hier wird Bewirtschaftung zu den gleichen Kosten eingeführt. Nach 20 Uhr könnten Bewohner hier wie dort frei parken. Bekräftigt wurde im Regionalausschuss, dass generell die Zone III gelten solle, das entspräche 1,20 Euro Parkgebühren/Stunde. Beide Beschlüsse müssen durch die Bezirksversammlung bestätigt werden. Gelten sollen die neuen Regeln für den Parkplatz Reclamstraße, bis eine neue Nutzung gefunden wird. Außerdem wollen die Abgeordneten aus dem Regionalausschuss, dass eine Beleuchtung geprüft wird. Der bewirtschaftete Parkplatz an der Reclamstraße ist indes zu großen Teilen ungenutzt.

Lesen Sie auch: Reclamstraße: Parkgebühren schrecken ab

Lesen Sie auch: Parken in Billstedt nur gegen Gebühr

Lesen Sie auch: Immer weniger Parkplätze in Hamburg


Lesen Sie auch: Konflikt um Parkplätze in Billstedt

Lesen Sie auch: Zoff um Parkplätze
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige