Rothenburgsort: Heute arm, morgen im Trend

Anzeige
Blick auf das Huckepackgelände, das zur Zeit als Gewerbegebiet erschlossen wird Foto: je
 
Carola Veit (re.) und Jan Oppermann auf dem neugestalteten Sportgelände des FTSV Lorbeer Foto: je

Citynaher Stadtteil besitzt Vorreiterrolle beim „Sprung nach Osten“. Ein Rundgang mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit

Von Martin Jenssen
Rothenburgsort
Noch ist Rothenburgsort ein armer Stadtteil – der zweitärmste in Hamburg. Bei den Leistungsempfängern (21,4 Prozent) liegt der Stadtteil mit seinen rund 9.200 Einwohnern weit über dem Hamburger Durchschnitt (zehn Prozent). Aber Rothenburgsort ist im Aufwind. „Der Stadtteil hat großes Entwicklungspotenzial“, sagt Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, die SPD-Abgeordnete aus dem Stadtteil.
Doch die Richtung der Aufwärtsentwicklung soll nicht nur von Politik und Verwaltung bestimmt werden, sondern vor allem von den Bürgern. Vertreter der verschiedenen Parteien und die interessierten Bürger treffen sich häufig zu Gesprächen über Verbesserungen, die für Rothenburgsort wichtig sind. Carola Veit:„Da ziehen alle an einem Strang!“
Im Senatsprogramm „Sprung nach Osten“, durch das die ärmeren Stadtteile im Hamburger Osten gefördert werden sollen, hat Rothenburgsort eine Vorreiterrolle. Der Stadtteil könnte mit der HafenCity zusammenwachsen. Und vor allem hat der Stadtteil große Flächen, die für die Ansiedlung von Gewerbe in Frage kommen. Allen voran das Gebiet des ehemaligen Huckepackbahnhofs. Dort soll Hamburgs Speicherstadt der Zukunft entstehen, so verkündete es Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch. Geplant sind auf dem Areal etwa 2.500 Arbeitsplätze.

Planungen auf Huckepackgelände


Ein Drittel des elf Hektar großen Geländes zwischen der Billhorner Brückenstraße und dem S-Bahnhof Rothenburgsort geht an die Hamburger Oper. Der Opernfundus wird sich dort ansiedeln. „Damit kommt ein Stück Hamburger Kultur nach Rothenburgsort und es ist ein ruhiges Gewerbe“, freut sich Carola Veit. Welche weiteren Firmen sich auf dem innenstadtnahen Huckepackgelände ansiedeln werden, ist noch unklar. Auch dabei wollen die Bürger mitreden. Vor allem darüber, wie die Verkehrsanbindung gestaltet wird. Sicher ist, dass ein Tunnel unter der Bahntrasse, die Rothenburgsort durchschneidet, gebaut werden muss. Ob nur für Radfahrer und Fußgänger oder auch für Pkws und Lkws, steht noch nicht fest.
Für das Gewerbe bietet Rothenburgsort weitere Möglichkeiten. Leider sind große Flächen durch Autohändler oder Im- und Exporthändler in der Billstraße, wo unzählige alte Kühlschränke, Waschmaschinen und Fahrräder auf den Transport nach Afrika warten, belegt. „Vorstellbar, dass sich hier auf Dauer seriöse Gewerbebetriebe ansiedeln, die vielen Menschen Arbeitsplätzen bieten“, hofft Jan Oppermann (SPD), Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte.
Die Bürger von Rothenburgsort haben im Rahmen des „Sprungs nach Osten“ viele weitere Wünsche. Vor allem wünschen sie sich bessere Busverbindungen. „Eine direkte Verbindung nach Wandsbek und eine Linie in die HafenCity wären optimal“, weiß Oppermann. Ein weiterer Wunsch ist eine eigene Veranstaltungshalle. Vorstellbar wäre für diese Nutzung ein Umbau des „Branntweinmonopols“ am Billwerder Neuer Deich.
Ein großer Wunsch der Anwohner hat sich in diesem Sommer bereits erfüllt. Der Sportplatz des Vereins „FTSV Lorbeer“ bekam einen Kunstrasen. „Diese Investition hat sich wirklich gelohnt. Der Zulauf ist enorm. Viele neue Jugendmannschaften wurden bereits gegründet“, berichtet Jan Oppermann. Schon lange hat sich herumgesprochen, dass man sich bei Spaziergängen in Rothenburgsort prächtig erholen kann. Der Elbpark Entenwerder und die Wasserkunst Kaltehofe sind großartige Ausflugsziele. Damit wächst der Wunsch nach neuen Wohnmöglichkeiten. In den kommenden Jahren sollen zwischen 1.500 und 2.000 neue Wohnungen im Stadtteil entstehen. Die Stadt Hamburg setzt zum Sprung nach Osten an. Rothenburgsort wird an erster Stelle davon profitieren.
Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
11
Susanne Lohse aus Rothenburgsort | 22.09.2015 | 19:55  
1.241
Elke Noack aus Rahlstedt | 22.09.2015 | 21:55  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige